Italien: Wichtiger Handelspartner in schwierigen Zeiten

Österreichs Ausfuhren legten trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes bei unserem südlichen Nachbarn 2002 stark zu - AWO-Chef Koren: Südtirol ist ideales Sprungbrett für potenzielle Exporteure

Wien (PWK137) - In den ersten elf Monaten 2002 erhöhten sich die österreichischen Lieferungen nach Italien um 4,1 Prozent auf ein Volumen von 6,2 Mrd Euro, während die Importe um 4,3 Prozent auf fünf Mrd Euro abnahmen. In der bis zum Jahr 1999 für Österreich traditionell passiven Handelsbilanz hat sich nun da Plus deutlich gefestigt.

Beträchtliche Steigerungen gab es vor allem bei den wichtigsten Warengruppen Fahrzeuge und Holz, aber auch bei Maschinen sowie Eisen und Stahl. Erfreulich ist auch die Entwicklung der Sektoren Möbel und Lebensmittel, insbesondere bei Getreide, Zucker und Fleisch. "Nicht nur die kurzfristige Entwicklung des Gesamtumfangs der Warenlieferungen zeigt eine erfreuliche Tendenz, auch die sektorenmäßige Aufteilung ist für uns befriedigend" sagt der WKÖ-Handelsdelgierte in Mailand Michael Pötscher. "Waren aus Österreich genießen in Italien schon jeher einen guten Ruf hinsichtlich Qualität. In letzter Zeit verbesserte sich das Image auch hinsichtlich Design und Technologie. Aus diesem Grund werden auch höhere Preise, wie von hiesigen Importeuren oft hervorgehoben, akzeptiert."

Die regionale Verteilung der aus Österreich eingeführten, bzw. der nach Österreich gelieferten Produkte entspricht dem starken Nord-Süd Gefälle in der Wirtschaftstruktur Italiens. 80 Prozent des Handels wird von Firmen im Norden Italiens bestritten. "Eine Sonderstellung nimmt natürlich Südtirol ein", sagt Walter Koren, Leiter der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH der WKÖ. Die gute Konjunkturlage der Provinz und vorhandene Kapazitätsengpässe verstärken nicht nur den Bedarf an Gütern, sondern auch an Dienstleistungen aus Österreich, vor allem im Bereich der Tourismus-Einrichtungen. Südtirol nimmt zehn Prozent der österreichischen Gesamtlieferungen nach Italien ab. Kaufkraft und Konsumverhalten sind ähnlich wie in Österreich. Koren:
"Gerade Erstexporteure können auf diesem Markt Erfahrungen in bezug auf italienische Gesetze und Geschäftspraktiken sammeln. Nicht zuletzt deshalb bietet sich Südtirol als Erstmarkt mit Brückenfunktion für Italien-interessierte Unternehmen an."

"Um die für Österreich äußerst positive Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen mit Italien weiter auszubauen, haben die Außenhandelsstellen in Mailand und Padua eine Reihe von Projekten initiiert. Erfolgversprechend läuft derzeit ein innovatives Programm zur Vertretersuche an, nachdem mit einem namhaften Internetportal ein Abkommen zur Publikation auf dem gesamten italienischen Territorium geschlossen werden konnte", berichtet Pötscher. Diese moderne Ergänzung des Leistungsspektrums der Außenhandelsstellen soll helfen, den traditionellen Vertretermarkt Italien noch flächendeckender zu bearbeiten. Zunehmend an Bedeutung gewinnt auch das Arbeiten über die Grenze, ein Bereich, dem mit einer sehr gut besuchten Veranstaltung an der Wirtschaftskammer Vorarlberg unter Mitwirkung des Arbeitsinspektorates in Bozen erst unlängst Rechnung getragen wurde. Österreichs ist auch der zweitwichtigste Handelspartner Italiens im Lebensmittel- und Agrarbereich. Von 1995 bis 2001 verdoppelten sich die österreichischen Lieferungen (+113,5 Prozent). In den vergangenen Jahren lagen die Zuwächse immerhin bei neun Prozent, und das, obwohl der italienische Lebensmittelmarkt in jüngster Zeit durch eine sinkende Nachfrage gekennzeichnet war.

Um österreichische Exporte von Lebensmitteln und Agrarprodukten zu fördern, bietet das 1996 gegründete Kompetenzzentrum in der Außenhandelsstelle Padua heimischen Herstellern umfangreiche Services von der Geschäftspartnersuche über Marktstudien sowie Rechtsberatung bis hin zur Organisation von Promotionsveranstaltungen an. Für heuer und nächstes Jahr sind einige Gruppenstände und im Herbst 2003 eine Informationsveranstaltung in Wien über die italienischen Supermarktketten geplant. Um den mit 15 Prozent an den Italienexporten Österreichs wichtigsten Sektor Holz noch weiter auszubauen, wurde durch den Fachverband der Holzindustrie und den Verein Proholz an der Außenhandelsstelle Mailand der Verein promo_legno etabliert, dessen Aufgabe die gemeinsame österreichisch-italienische Bewerbung des Werkstoffes Holz in der Fachöffentlichkeit und beim Endverbraucher in Italien ist.

Die italienischen Erwartung eines kräftigen Wirtschaftsaufschwungs nach dem enttäuschenden Konjunkturverlauf im Vorjahr haben sich für das Jahr 2002 bei weitem nicht erfüllt. Die durchschnittlichen BIP Wachstumsprognosen mußten von 2,5 Prozent schrittweise auf 0,5 Prozent zurückgenommen werden. Eine stärkere Wiederbelebung der Konjunktur ist erst ab Jahresmitte 2003 zu erwarten. (BS)

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