Brigittenau: Benennung der Anton-Schmid-Promenade

Mittwoch, 12. März (17 Uhr): Gedenkveranstaltung mit StR. Mailath-Pokorny und BV Lacina

Wien (OTS) - Der Wiener Anton Schmid (1900 - 1942) rettete als Feldwebel der Deutschen Wehrmacht zwischen 1941 und 1942 über dreihundert Juden aus dem Ghetto von Wilna (Litauen) das Leben und wurde deshalb von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Die Stadt Wien würdigt den Retter im Rahmen einer Gedenkveranstaltung am Mittwoch, 12. März, um 17 Uhr, mit der Benennung der "Anton-Schmid-Promenade". Der Festakt findet auf dem bislang als Donaukanal-Promenade bekannten Fußweg im 20. Bezirk (Höhe Brigittenauer Lände 50-54/Hirschvogelgasse) statt. Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny und der Bezirksvorsteher der Brigittenau, Karl Lacina, nehmen die Namensgebung im Beisein des Militärkommandanten von Wien, Generalmayor Karl Semlitsch, vor. Für die musikalische Umrahmung sorgt die Gardemusik des Militärkommandos Wien.

Nähere Informationen: Tel. 331 34/20 114

Die Benennung der "Anton-Schmid-Promenade" wurde auf Antrag der Brigittenauer Bezirksvertretung durch den Gemeinderatsausschuss für Kultur und Wissenschaft beschlossen. Weitere Auskünfte zur Benennungsfeier am Mittwoch gibt das Büro der Bezirksvorstehung Brigittenau unter der Telefonnummer 331 34/20 114, Anfragen per E-Mail: post@b20.magwien.gv.at.

Anton Schmid (9.1.1900 - 13.4.1942) lebte lange Jahre in der Brigittenau und führte in der Klosterneuburger Straße 78 ein kleines Elektro-, Foto- und Radio-Geschäft, wo er auch jüdische Angestellte beschäftigte. Nach der Einberufung in die Wehrmacht war Schmid verstärkt mit schrecklichem Unrecht gegenüber Juden konfrontiert. Im August 1941 wurde seine Kompanie nach Wilna (heute: Vilnius) verlegt, wo Feldwebel Schmid eine so genannte "Versprengtensammelstelle" leitete und jüdische Zwangsarbeiter beaufsichtigte. Der Wiener nutzte diese militärische Funktion zum Schutz litauischer Juden und ermöglichte über dreihundert Verfolgten mit Kraftfahrzeugen der Wehrmacht eine Flucht aus dem Ghetto. Ein Kriegsgerichtsurteil setzte dem Leben des Feldwebels ein Ende, Anton Schmid wurde am 13. April 1942 in Wilna erschossen.

Überreichung des Lebensretter-Kreuzes am Mittwoch

Die Rettungsaktionen des Anton Schmid haben in mehreren Ländern die gebührende Beachtung gefunden, für "Yad Vashem" (Jerusalem) ist er ein "Gerechter unter den Völkern". Die Benennung einer städtischen Wohnhausanlage in Wien 20., Pappenheimgasse 31, Leipziger Straße 40 ("Anton-Schmid-Hof") erfolgte im Jahr 1990. Seit dem Jahr 2000 erinnert auch die Bezeichnung einer Kaserne in Schleswig-Holstein an Anton Schmid. Der Staatspräsident von Litauen hat Schmid im September 2000 posthum das "Lebensretter-Kreuz" zuerkannt. Eine hochrangige Vertreterin der litauischen Botschaft übergibt die Auszeichnung bei der Gedenkveranstaltung am Mittwoch einem Nachfahren des Anton Schmid.

Film-Vorführung "Feldwebel Schmid": Eintritt frei

Im Anschluss an den Festakt auf der "Anton-Schmid-Promenade" wird im Haus der Begegnung Brigittenau in Wien 20., Raffaelgasse 11-13 (Großer Saal), ab 18.30 Uhr der Film "Feldwebel Schmid" gezeigt. Die Spielfilm-Dokumentation des ZDF (100 Minuten, Regie:
Nathan Jariv) von Hermann Adler und Hans Wiemuth stammt aus dem Jahr 1967 und beleuchtet die Taten von Anton Schmid. Prominente Schauspieler wie Karl Michael Vogler oder Rolf Schimpf sind in der ergreifenden Produktion zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos.(Schluss) enz

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