AKNÖ-Staudinger: Krebssteuer für Chemotherapiepatientinnen

Wien (AKNÖ) – "Tragisch genug, wenn jemand die Diagnose Krebs erfahren und Chemotherapien über sich ergehen lassen muss, um sein Leben zu retten. Unmenschlich und zynisch, wenn für diese ambulanten Behandlungen auch noch eine Gebühr bezahlt werden muss", ist der Präsident der AKNÖ, Josef Staudinger, fassungslos. "Was nützen unzählige Ausnahmen der Ambulanzgebühr, wenn sie über andere Kanäle dann doch wieder eingehoben werden?", so Staudinger weiter. Betroffene Patientinnen haben sich um Hilfe an die Sozialrechtsexperten der AKNÖ gewandt. Mag. Josef Fraunbaum: "Obwohl Chemotherapien als ambulante Behandlungen eindeutig aus der Ambulanzgebühr ausgenommen sind, werden in Krankenhäusern Gebühren in der Höhe von 7,70 Euro pro Behandlung eingehoben. Je nach Häufigkeit ergibt sich daraus pro Jahr für die Betroffenen ein Betrag bis zu 215 Euro." "Sogar die unselige Ambulanzgebühr war mit 70 Euro pro Jahr limitiert. Diese Patientinnen müssen – obwohl sie eigentlich von Gesetzes wegen befreit wären – das Dreifache offensichtlich als Krebssteuer bezahlen!", macht der AKNÖ-Chef seinem Zorn Luft. Die Gebühren würden dahingehend begründet, dass Chemotherapien länger als übliche ambulante Behandlungen dauern und ein Spitalsbett erfordern würden. Ausserdem werde darauf hingewiesen, dass man sich zu Hause die Mahlzeit ersparen würde. "Eine hochgradig zynische und verachtende Bemerkung", so der Präsident weiter, denn "die betroffenen Patientinnen sind weder während noch nach der Behandlung in der Lage, etwas zu sich zu nehmen."****

"Es trifft wieder die Ärmsten der Armen. Was ist das für eine kranke Gesundheitspolitik, die nicht davor zurückschreckt, kranke Menschen bis aufs letzte Hemd auszuziehen?", fragt Präsident Staudinger erschüttert. "Wir werden alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um diese gesetzeswidrige Gebühr aus der Welt zu schaffen. Notfalls gehen wir bis zum Verfassungsgerichtshof. Betroffene können sich jederzeit an uns wenden", kündigt Staudinger weitere Schritte an und fordert von den Verantwortlichen "raschest Konsequenzen zu ziehen, und diese unglaubliche Krebssteuer schnellstens aus der Welt zu schaffen."
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