Prähauser: Eurofighter-Kauf ist Schlag ins Gesicht der österreichischen Steuerzahler

Wien (SK) Der SPÖ-Abgeordnete Stefan Prähauser - Wahlkreis Flachgau-Tennengau - will in einer parlamentarischen Anfrage an den Bundeskanzler, den Verteidigungs- und den Finanzminister wissen, warum Österreich für einen Eurofighter über 111 Millionen Euro bezahlen soll, während Saudi-Arabien die gleichen Eurofighter zum Stückpreis von rund 53 Millionen Euro angeboten bekommen hat. "Warum sollen die österreichischen Steuerzahler für einen Eurofighter doppelt so tief in die Tasche greifen wie jene in Saudi-Arabien", fragt sich Prähauser, seitdem das Angebot des britischen Rüstungskonzerns BAE Systems (ein Teil des EADS-Eurofighter-Konsortiums) an Saudi-Arabien durch einen Bericht des Londoner "Observer" das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat. Die schwarz-blaue Bundesregierung hält dennoch unbeirrt am Kauf von 18 Kampfjets zum Stückpreis von 100 Millionen Euro fest. ****

Noch unverständlicher wird das Festhalten am Eurofighter, wenn man bedenkt, dass andere Flugzeugtypen weit günstiger zu haben wären. Vor wenigen Tagen hat der schwedische Rüstungskonzern Saab ein neues Abfangjägerangebot an das Verteidigungsministerium übermittelt. Saab bietet demnach 18 Gripen-Abfangjäger plus sechs Maschinen für die Übergangsphase um 998 Millionen Euro - also in etwa um die Hälfte günstiger als die Eurofighter - an. "Obwohl alle sachlichen Argumente gegen den Eurofighter sprechen und die Kompensationsgeschäfte immer noch nicht vorliegen, besteht die Bundesregierung auf diese Beschaffung zu überteuerten Preisen", kritisiert Prähauser, der auch Mitglied im Landesverteidigungsausschuss ist.

Die SPÖ würde die 1,8 Milliarden Euro für den Kauf der Kampfflugzeuge besser verwenden: "Viel wichtiger als der Ankauf von Kampfflugzeugen sind im Bereich der Landesverteidigung die Sanierung der desolaten Kasernen und die Verbesserung der Ausrüstung der Soldaten", meint Prähauser und ergänzt abschließend: "Generell würden wir das Geld lieber in die Hand nehmen, um die kleinen und mittleren Einkommen steuerlich zu entlasten, die Wirtschaft anzukurbeln und die Pensionen abzusichern. Der Ankauf von so extrem teuren Kampfflugzeugen, in einer Zeit hoher Arbeitslosigkeit und schlechter Konjunktur, ist einfach verantwortungslos." (Schluss) se/mp

Rückfragehinweis: NR Stefan Prähauser, Vorsitzender der SPÖ-Flachgau, 0664/2420530

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