"profil": Burghauptmannschaft wirft Alberina-Direktor Schröder Geldverschwendung vor

Obwohl Tiefenspeicher und Studiensaal seit vergangenem Jahr fertig sind, stehen die 25-Mio.-Euro-Bauten bis 2009 leer

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, sieht sich Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder seitens der Burghauptmannschaft mit dem Vorwurf der Geldverschwendung konfrontiert. Schröder habe nie über einen fertigen Umbauplan verfügt, so Burghauptmann Wolfgang Beer: "Schröders Wünsche waren von Anfang an nicht klar. Noch kurz vor Weihnachten 2002 tauchte plötzlich der Wunsch auf, über der Sphinx-Stiege eine Klimazentrale einzubauen. So geht das dahin." Beer meint, dass es möglich gewesen wäre, die Umbauarbeiten billiger durchzuführen, wenn die Baupläne von Anfang an klar gewesen und nicht abgeändert worden wären. Schröder entgegnet, dass sich das "Raum- und Funktionsprogramm", das von ihm schon 1999 ausgearbeitet worden sei, "bis heute nicht verändert" habe.

Während bei der Präsentation des Umbaus im Jahr 2001 Gesamtkosten von 87 Mio. Euro genannt wurden, belaufen sich die Aufwendungen für die Albertina-Sanierung laut Schröder inzwischen auf 100 Mio. Euro. Wie diese Steigerung zustande kam, kann Schröder nicht erklären: "Ich bin nicht derjenige, der das Budget plant und habe keinen Einblick in die Kosten des Bundes."

Wie "profil" berichtet, wurden der Tiefenspeicher (Kosten 18 Mio. Euro) und der Studiensaal (Kosten 7 Mio. Euro) bereits vergangenes Jahr fertig gestellt. Dennoch kann der Tiefenspeicher erst 2009 bezogen werden, da die nötigen Mittel für den Ankauf der Regalsysteme vom Wirtschaftsministerium erst 2009 zur Verfügung gestellt werden. Die Sammlung der Albertina lagert zur Zeit in angemieteten Räumen der Nationalbibliothek, die von der Albertina aber voraussichtlich im Jahr 2005 geräumt werden müssen.

Der Stahlkonzern Böhler-Uddeholm, den Schröder 2001 als Sponsor der Albertina bekannt gegeben hatte, bestreitet in "profil", eine diesbezügliche Zusage abgegeben zu haben. "Wir haben bloß vor einiger Zeit einen Brief mit einem Sponsoren-Ansuchen von ihm bekommen", so Randolf Fochler, Pressesprecher von Böhler-Uddeholm. "Aber es gibt in unserem Haus noch keine Entscheidung, ob wir das machen werden oder nicht." Klaus Albrecht Schröder spricht hingegen von einer "Zusage, die nicht gehalten" habe.

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