Tumpel: Frauen brauchen gleiche Rechte im Berufsleben - nicht nur am Frauentag

Regierung verwässert Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit

Wien (AK) - Gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und spezielle Maßnahmen für Frauen in der Aus- und Weiterbildung fordert AK Präsident Herbert Tumpel zum heutigen internationalen Frauentag. "Frauen wollen keine Jobs, bei denen sie halt ein wenig dazu verdienen", sagt Tumpel, "Frauen wollen einen Beruf und sie wollen Familie und Beruf unter einen Hut bringen - und Frauen müssen ein Recht darauf haben." Tumpel verweist darauf, dass die Kluft bei den Einkommen nur in Irland und Großbritannien noch größer ist als in Österreich. Daher verlangt der AK Präsident ein Maßnahmenpaket: Statt Teilzeitjobs in gering qualifizierten Bereichen, muss es einen tatsächlichen Rechtsanspruch auf Teilzeit mit dem Recht auf Rückkehr zur Vollzeitarbeit geben. "Das derzeitige Regierungsmodell verwässert diesen Rechtsanspruch und schränkt ihn für zehntausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein", kritisiert Tumpel. Eltern kleiner Kinder sollen ein Recht auf Mitgestaltung der Arbeitszeit haben. Damit mehr Frauen in zukunftsträchtigen, technischen Berufen arbeiten, verlangt die AK spezielle Bildungsberatung für Frauen und Mädchen und Frauenförderpläne bei der betrieblichen Weiterbildung. "In diese Weiterbildungspläne müssen Teilzeitbeschäftigte und Karenzierte voll eingebunden werden", verlangt Tumpel. Als "inhaltsleere Ankündigungen" bezeichnet Tumpel Regierungsankündigungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wenn gleichzeitig die so genannte Liberalisierung der Laden-Öffnungszeiten in erster Linie die Frauen trifft. ****

Eurostat-Untersuchungen zeigen, dass der durchschnittliche Bruttoverdienst von Frauen EU-weit bei 84 Prozent von jenem der Männer liegt. In Österreich ist die Kluft mit 21 Prozent noch größer. Nur Irland und Großbritannien liegen noch hinter Österreich. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Frauen haben noch immer weniger Aufstiegschancen im Beruf, müssen ihre Berufslaufbahn mit der Geburt eines Kindes oft unterbrechen und es gibt noch immer einen stark geteilten Arbeitsmarkt zwischen Männern und Frauen. Aktuelle Studien zeigen: der überwiegende Teil aller Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Teilzeit wird noch immer vorwiegend in schlecht qualifizierten Bereichen angeboten. Eltern kleiner Kinder haben es nach der Karenz oft schwer, wieder in den Beruf einzusteigen. Damit Frauen gleiche Rechte im Berufsleben haben, verlangt AK Präsident Tumpel von der Regierung rasch ein Maßnahmenpaket:

+ Einen wirklichen Rechtsanspruch auf Teilzeit für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wenn sie kleine Kinder betreuen müssen - und ein Recht auf Rückkehr zur Vollzeitarbeit. Die derzeitigen Regierungspläne schließen ein Drittel der ArbeitnehmerInnen in Betrieben unter 20 Beschäftigten aus. Im Regierungsprogramm ist auch vorgesehen, dass Arbeitnehmerinnen erst nach dreijähriger Betriebszugehörigkeit Elternteilzeit vereinbaren können.

+ Teilzeitkarenz muss leichter durchsetzbar sein: Derzeit ist eine Verlängerung des Kündigungsschutzes nach der Geburt eines Kindes im Gegenzug zu kürzerer Arbeitszeit nur möglich, wenn der Unternehmer zustimmt. Kommt es zu keiner Einigung, müssten ArbeitnehmerInnen auf Teilzeit klagen.

+ Recht für Eltern kleiner Kinder auf Mitgestaltung der Arbeitszeit.

+ Mehr Kinderbetrueungsplätze und flexible Öffnungszeiten.

+ Damit mehr Mädchen und Frauen eine nicht-traditionelle Berufslaufbahn in zukunftsträchtigen Bereichen einschlagen, verlangt die AK mehr spezielle Bildungsberatungsstellen und spezielle Förderpläne für die Weiterbildung im Betrieb.

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