Prokop zum Internationaler Tag der Frau

Startschuss für neues Beschäftigungsprojekt

St. Pölten (NÖI) - Anlässlich des "Internationalen Tages der Frau" erinnerte Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop heute daran, dass die seinerzeitige Forderung aus dem Jahr 1910 "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" heute nach wie vor aufrecht sei und seine volle Gültigkeit besitze. "Obwohl Frauen in der Ausbildung stark zugelegt haben, verdienen sie im Schnitt noch immer rund 30% weniger als Männer. Mädchen neigen nach wie vor zu typischen Frauenberufen, die schlecht bezahlt sind und geringe Aufstiegschancen bieten. So arbeiten 53% aller weiblichen Lehrlinge in den Berufen "Einzelhandelskauffrau", "Friseurin" und "Bürokauffrau", bei den Burschen hingegen ergreifen nur 23% die männlichen Traditionsberufe "Kraftfahrzeugtechniker", "Elektroinstallationstechniker" und "Tischler", erklärte Prokop.****

Um die Arbeitsmarkt-Chancen von Frauen zu verbessern, kündigte Prokop eine neue Offensive in Form des Pilotprojektes "GESEBO" (Geschlechtssensible Berufsorientierung) an. Es wird in Zusammenarbeit mit dem NÖ Landesschulrat und der Arbeitsgemeinschaft Berufsorientierung durchgeführt und von gendernow, der regionalen Koordinationsstelle zur Umsetzung des Gendermainstreaming in Niederösterreich, schon demnächst an allen NÖ Hauptschulen gestartet. "Um Frauen am Arbeitsmarkt mehr Chancengleichheit zu eröffnen, können unsere Anstrengungen nicht früh genug beginnen. Wir versuchen daher schon in der Hauptschule entsprechende Aktivitäten zu setzen und die Berufswahl sowie die damit verbundenen Auswirkungen zu thematisieren", so Prokop.

"Nur ein gut durchdachter Maßnahmen-Mix kann für eine nachhaltige Verbesserung der Situation sorgen. Vom Land Niederösterreich werden zur Beseitigung der Lohnungleichheit schon seit langem große Anstrengungen unternommen", betonte Prokop. Als konkrete Beispiele führte sie die Projekte "MUT-Mädchen und Technik", das Mädchen für neue Berufsfelder im technisch-handwerklichen Bereich sensibilsieren soll, "Observatoria", wo Vorschläge für wirkungsvolle Maßnahmen gegen Lohnungleicheit erarbeitet werden und am 12. März im Rahmen einer Internationalen Fachtagung im St. Pöltner Landhaus die Ergebnisse präsentiert werden, "Meine Zukunft ist OK", das Mädchen dabei unterstützt, neue, besser bezahlte Berufe in der Industrie zu finden oder "NOEL" als neue und richtungsweisende Initiative zum Thema "Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Zukunft" an. In diesem Zusammenhang verwies Prokop auch auf den am 24. April stattfindenden Girlsday. Dabei handelt es sich um Besuchstage in Industriebetrieben, die dazu beitragen sollen, das Berufswahlspektrum von Mädchen zu erweitern und weibliche Vorbilder ("Mentorinnen") kennenzulernen.

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