St. Pölten: 180 ExpertInnen bei Enquete über Suchtvorbeugung

Fachstelle bekommt vom Land NÖ mehr Unterstützung

St.Pölten (NLK) - "Wie wirkt Suchtvorbeugung?" Mit den Handlungsstrategien für die Suchtvorbeugung in Niederösterreich beschäftigte sich heute Nachmittag eine Enquete in der Innenstadt von St. Pölten. Sie war von der Fachstelle für Suchtvorbeugung Niederösterreich organisiert worden. 180 Suchtexperten aus dem In-und Ausland, LehrerInnen und auch Landespolitikerinnen nahmen an dieser Veranstaltung teil, die von Mag. Richard Grasl vom ORF Niederösterreich moderiert wurde.

Wie sehr sich die Suchtprävention in den letzten Jahren geändert hat, mag die Diskussion zeigen, die zwischen dem individuellen Ansatz, dem die überwiegende Zahl der Projekte und Programme gegen die Sucht zuzurechnen sind, einem Ansatz, der Schutzfaktoren wie die Konfliktfähigkeit oder das positive Selbstwertgefühl stärken will, und der strukturellen Prävention unterscheidet, der gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen schaffen will und der nach Ansicht von Experten viel zu wenig Anwendung findet.

"Betrug das Budget der Fachstelle für Suchtvorbeugung Niederösterreich, die sechs Mitarbeiter und 20 Experten für Suchtvorbeugung beschäftigt, im Jahre 2000 noch 504.000 Euro, sind es für 2003 bereits 931.000 Euro geworden. Davon trägt das Land Niederösterreich 80 Prozent", meinte Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop. Seit dem Jahr 2000 sei also das Budget der Fachstelle jährlich um durchschnittlich 25 Prozent gestiegen. Der Gegenwert, nämlich sachgerechte, großartige Arbeit, spreche für sich. Insgesamt 180 Projekte, zum Beispiel Elternabende oder Multiplikatorenschulungen, hätte dieser Verein allein im Schuljahr 2001/2002 durchgeführt und dabei fast 30.000 Menschen erreicht.

Am Beispiel eines Patienten, der in einem Spital von einem Arzt auf das Gebot angesprochen wird, hier nicht zu rauchen, obwohl er selbst wegen seiner Krankheit in einer schwierigen Situation ist, beleuchtete Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi die Ausgangslage dieser Diskussion, die aber insgesamt doch einen "Weg der Hoffnung" aufzeige. Bei den Möglichkeiten, gegen die Sucht in ihren verschiedenen Erscheinungsformen anzukämpfen, zeigten sich beide Regierungsmitglieder einig: Noch mehr Beratungen, Informationen und Gespräche müssen den Betroffenen angeboten werden. Immerhin sei im jüngst veröffentlichten NÖ Gesundheitsbericht auch die Ziele festgeschrieben worden, dass bis 2010 der Anteil des Pro-Kopf-Alkoholkonsums um 20 Prozent gesenkt, der Anteil der Nichtraucher um 15 Prozent gesteigert und die Konsumerfahrung mit illegalen Drogen und Ecstacy im Alter zwischen 15 und 19 Jahren weitgehend auf Null reduziert werde.

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