Pflegen ist Frauensache

Wien (Rotes Kreuz) – "Die Arbeit der Pflege, sei es im beruflichen Umfeld, oder im Rahmen der Familie fällt in Österreich hauptsächlich den Frauen zu", erklärt Mag. Monika Wild, Leiterin der Gesundheits-und sozialen Dienste des Österreichischen Roten Kreuzes anlässlich des morgigen Weltfrauentags.

Etwa 67 % der pflegebedürftigen Personen in Privathaushalten sind Frauen. Rund 80 % der pflegenden Angehörigen sind ebenfalls Frauen. Eine Kundenbefragung des Roten Kreuzes im Rahmen der Gesundheits-und Sozialen Dienste ergab, dass sich 55 % der Kunden eine weibliche Pflegeperson wünschen - 44 % der Befragten ist das Geschlecht egal. Nur ein Prozent der befragten Personen wünschten sich eine männliche Pflegeperson.

Welche Merkmale kennzeichnen nun die Pflegearbeit an sich? "Berufliche Pflegearbeit weist den Charakter einer hausarbeitsnahen Tätigkeit auf", erklärt Wild. Von den Pflegepersonen selbst wird Einfühlungsvermögen, Freundlichkeit, Geduld, Gesprächsbereitschaft, und das Eingehen auf den anderen als tägliche Anforderung gestellt. Diese Forderungen stehen aber der beruflichen Zeitökonomie entgegen und der Konflikt ist vorprogrammiert.

"Eine dauerhafte Lösung dieses Widerspruches ist nur möglich, wenn diese ‚weiblichen Qualitäten’ als notwendige professionelle Eigenschaften anerkannt und von der Gesellschaft entsprechend honoriert werden", so die Expertin abschließend.

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