ÖH zum Frauentag: "Frauen haben auf der Uni das Nachsehen"

Wien (OTS) - Anlässlich des morgigen Frauentages bedauert die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) die weiterhin eingeschränkten Möglichkeiten für Frauen an den Universitäten. Die gesetzlich geregelte Wahl der Hälfte der Universitätsräte durch mehrheitlich mit männlichen Professoren besetzten Gründungskonvente der Universitäten hat einmal mehr diese strukturelle Schwäche aufgezeigt. Die nunmehrige Einrichtung eines frauenpolitischen Beirates durch Bildungsministerin Gehrer ist ein rein symbolisches Zeichen, fehlende frauenpolitische Maßnahmen im Universitätsgesetz 2002, die von der ÖH stets eingefordert wurden, ersetzt dieser Beirat nicht.

"Gegenwärtig sind Frauen unter den Absolventinnen und Absolventen der österreichischen Universitäten in der Überzahl", so Anita Weinberger, eine der beiden ÖH-Vorsitzenden. "An der höchsten Universitären Karrierestufe, der Professur, finden sich jedoch nach wie vor nur sieben Prozent Frauen. Das System lässt weibliche Karrieren an den Universitäten nach wie vor nicht zu." Weinberger weist zudem darauf hin, dass sich unter 40 Dekanen in Österreich nur eine Frau befindet. Auf die erste Universitätsrektorin warten die Unis bis heute.

Durch das Universitätsgesetz 2002 sieht Weinberger diesen Trend weiterhin verstärkt: "Die ÖH hat immer davor gewarnt, dass die mehrheitlich von Professoren besetzten Gründungskonvente der Universitäten auch hauptsächlich Männer in die Uniräte entsenden werden. Eine notwendige Frauenquote für die zu wählenden Uniräte hat Ministerin Gehrer stets abgelehnt. Wie sich jetzt zeigt, hatten wir recht Nur 17 Prozent der gewählten Uniräte sind Frauen. Männerbünde wurden hier zementiert." Den nun von Ministerin Gehrer eingerichteten frauenpolitischen Beirat sieht Weinberger in diesem Zusammenhang zwar als positives Zeichen, meint aber: "Dieser Beirat ist zahnlos. Wenn Männerbünde nicht anders aufgebrochen werden können, dann muss es eben über Frauenquoten im Gesetz geschehen."

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