Ärztepräsident Dorner: "Endlich klares Solidaritätsbekenntnis der Regierung"

Den Ankündigungen müssen nun aber konkrete Umsetzungsschritte folgen

Wien (OTS) - "Ich freue mich, dass sich die neue Gesundheits- und Frauenministerin den von uns schon lange formulierten Forderungen zur Erhaltung des solidarischen Gesundheitssystems angeschlossen hat und sich zur Spitzenmedizin in Österreich bekennt." So reagierte der Präsident der Ärztekammer für Wien, Prim. MR Dr. Walter Dorner, auf die Aussagen von Dr. Maria Rauch-Kallat bei einer Pressekonferenz heute Vormittag in Wien. Dorner bekräftigte, dass man der Zwei-Klassen-Medizin in Österreich keine Chance zur Etablierung geben dürfe und die "hochwertige medizinische Versorgung unabhängig des Einkommens immer an erster Stelle stehen muss". ****

Dorner begrüßt die im Regierungsprogramm verankerte Beitragserhöhung sowie die Angleichung der Beitragssätze von Arbeitern und Angestellten, "beides langjährige Forderungen der Ärztekammer". Dass die "unadministrierbare und unsinnige Ambulanzgebühr" abgeschafft wird, sieht Dorner als "längst überfällig". Man dürfe sich nur nicht zu früh freuen, denn "trotz der positiven Ansätze fährt der Wagen der neuen Bundesregierung doch noch sehr holprig", so der Ärztechef. Den Ankündigungen müssten nun die konkreten Umsetzungsschritte folgen.

Dem Vorschlag von Gesundheitsstaatssekretär Univ.-Prof. Dr. Reinhart Waneck, das schwedische Gesundheitssystem für Österreich zum Vorbild zu nehmen und ein "beinhartes Präventionsmodell" einzuführen, kann Dorner ebenfalls zustimmen: "Die Vorsorge muss ein eigenes Standbein im Gesundheitswesen sein, denn nur so können die lebensstilbedingten Volkskrankheiten gemindert und somit auch die Gesundheitsausgaben verringert werden."

Das von Rauch-Kallat angesprochene Bonussystem für die jährliche Vorsorgeuntersuchung decke sich mit entsprechenden Vorschlägen der Ärzteschaft, dass der Bonus in Form eines Sonderklassebetts im Spital "ausgezahlt" wird, halte er, Dorner, aber für wenig sinnvoll. "Eher sollte man dafür eine minimale Beitragsminderung überlegen", so der Ärtekammerpräsident abschließend. (bb)

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