Wiener Landtag (1)

1. Präsident des Wiener Landtages erinnerte an den Einmarsch Nationalsozialistischer Truppen nach Österreich vor 65 Jahren

Wien (OTS) - Um 9 Uhr eröffnete der Erste Präsident des Wiener Landtages die Sitzung des Wiener Landtages.

Hatzl nahm den Einmarsch Nationalsozialistischer Truppen nach Österreich zum Anlass, um an die Ereignisse des März 1938, die Auslöschung Österreichs und den Widerstand österreichischer Patrioten zu erinnern. Er verwies darauf, dass eine Delegation der verbotenen Arbeiterorganisation Anfang März 1938 dem damaligen Bundeskanzler Schuschnigg die umfassende Unterstützung der Arbeiter im Kampf um die Erhaltung der österreichischen Unabhängigkeit angeboten habe. Niemand zweifelte damals, so Hatzl, dass eine für den 13. März angesetzte Volksbefragung eine Dreiviertelmehrheit an Zustimmung für die Freiheit und Selbstständigkeit Österreichs ergeben würde. Nach dem Rücktritt des Bundeskanzlers und der Absetzung der Volksbefragung am 11. März begann jedoch der Einmarsch der Deutschen Wehrmacht. "Mit dem Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich wurde Österreich als selbständiger Staat ausgelöscht", betonte Hatzl. Damit, so Hatzl wörtlich, "begann für die österreichische Bevölkerung ein mehr als siebenjähriges Martyrium". Bereits am 1. April wurden die ersten Österreicher in das Konzentrationslager Dachau transportiert. Der Landtagspräsident verwies auf die bittere Opferbilanz dieses dunklen Kapitels der Geschichte, das viele Millionen Menschen ihr Leben gekostet hat.

Trotz aller Gewaltanwendungen, Folter, Verfolgung und Hinrichtung, so Hatzl, gab es zwischen 1938 und 1945 "viele Menschen in unserer Heimat, die an Österreich glaubten, von der Freiheit überzeugt waren und aktiv dem Faschismus Widerstand entgegensetzten." Diese seien ein wichtiger Faktor dafür gewesen, dass "wir nach der Befreiung wieder ein selbstständiger Staat werden konnten", ergänzte der Präsident. "Wir haben daher besonders den toten und auch überlebenden Österreichern, den Wiener Patrioten für ihre Tapferkeit und ihre Gesinnung zu danken!".

Am Schluss seiner Rede skizzierte Präsident Hatzl noch einmal das grauenhafte Bild nach dem Krieg, das den gesamten europäischen Kontinent in Trümmern zeigte und die Zerstörung vieler europäischer Großstädte nach sich zog. Er wies auf das unfassbare Schreckensszenario der deutschen Konzentrationslager hin, welche die Alliierten Soldaten während ihres Vormarsches vorfanden. Das damalige Gelöbnis "Niemals vergessen und niemals wieder!" gelte auch für Heute und für die Zukunft, schloss Präsident Johann Hatzl. (Forts.) hl/rr

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