Werbebranche: Steuerentlastung wird Kapitaldecke stärken

Fachverband Werbung und Marktkommunikation in der WKÖ begrüßt geplante Steuerentlastungen der neuen Bundesregierung

Wien (PWK133) - Während die nunmehr ausgewerteten Branchenkennzahlen für Gewinn und Eigenkapital der Bilanzen 2000/2001 nach oben zeigen, sieht man der erst nächstes Jahr vorliegenden Untersuchung der Realzahlen 2001/2002 mit Skepsis entgegen.
"Die Werbebranche verdient zu wenig und hat viel zu wenig Eigenkapital", resümiert Fachverbandschef Walter Ruttinger. Die ständigen Appelle an seine inzwischen auf über 15.000 angewachsenen Mitgliedsunternehmen, innerbetrieblich auf strenge Kostenrechnung zu achten und nicht zu Dumpingpreisen zu verkaufen, sollten zunehmend Gehör finden.

Auf Basis von etwa 400 ausgewerteten Originalbilanzen aus den Jahren 1999/2000 ergab sich ein EGT von 5,5 Prozent, das sich 2000/2001 auf 5,7 Prozent leicht verbesserte. Ob dieser Level für die Bilanz 2001/2002 - die Jahre der Stagnation - gehalten werden kann, wird branchenintern bezweifelt.

Der Cash Flow ist 2000/2001 auf 7 Prozent - gegenüber von 8,3 Prozent im Jahr 1999/2000 - zurückgegangen und damit weit zurückgefallen -selbst unter die Werte der nicht gerade als kapitalstark zu bezeichnenden Fremdenverkehrswirtschaft.

Bei der Eigenkapitalausstattung konnte eine Verbesserung der Kommunikationsbetriebe von nur 14,6 Prozent (99/00) auf 19,9 Prozent erreicht werden - wünschenswert wären allerdings 30 oder mehr Prozent.

Für die kommenden Jahre sieht der Fachverband positive Impulse:
Rückenwind komme von dem erwarteten steilen Aufschwung des Gesamtaufkommens von Werbung in Österreich ab 2004. Die jüngste Zyklenanalyse des Fachverbandes (Download-Möglichkeit auf www.fachverbandwerbung.at unter "Presse") gibt diesbezüglich schon beim ersten kleinen Anstieg des BIP Anlass zur Hoffnung auf große Umsatzzuwächse in der Branche.
Weiters lässt das Regierungsprogramm hoffen: Neben der Stärkung der KMU, Mittelstandsfinanzierung und Lehrlingsausbildung (Kapitel 6) findet auch die in den Kapiteln "Bildung" und "Wissenschaft" festgehaltene Möglichkeit der Abschreibung von Weiterbildungskosten auf Unis und Fachhochschulen die Zustimmung des Fachverbandes. Besonders erfreut zeigt sich der Fachverband von Kapitel 17:
"Abschaffung der Anzeigen- und Ankündigungsabgabe: im Rahmen des nächsten FAG wird angestrebt, der Medien- und Werbewirtschaft damit neue Impulse zu geben", so der Originaltext.
"Ein uns vor der Wahl gegebenes Versprechen von Bundeskanzler Dr. Schüssel wird damit eingelöst", freut sich Ruttinger, "auch wenn es richtigerweise 'Abschaffung der Werbeabgabe' heißen müsste".

Daneben wittert man sich auch unter dem Kapitel 22 (Finanzen) Morgenluft und hofft auf die Erfüllung einer jahrelangen Forderung des Fachverbandes: "Die Eigenkapitalbildung durch begünstigte Besteuerung nicht entnommener Gewinne zum halben Steuersatz ist gerade für diese Branche von herausragender Bedeutung" , so der Fachverbandschef unter Hinweis auf die aktuellen Branchenkennzahlen. "Aber wie bei der Abschaffung der Werbeabgabe ist auch diesbezüglich Eile geboten".

Der Branchenvergleich Werbewesen 1999/2000 und 2000/2001 steht auf www. fachverbandwerbung.at zum Download zur Verfügung. (JR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Walter Ruttinger
Tel.: 0650/9500702

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0001