FP-Kanovsky-Wintermann: Zum Internationalen Tag der Frau

Klagenfurt, 2002-03-07 (fpd) Die freiheitliche Bundesrätin Dr. Renate Kanovsky-Wintermann nahm heute zum Internationalen Tag der Frau Stellung und erklärte: "Grundsätzlich hat sich die Rechtsstellung der Frau erheblich verbessert und diskriminierende Vorschriften wurden aus unserem Rechtssystem entfernt. Die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurden verbessert, Familienförderungen (z.B. Kindergeld) ermöglichen größere Wahlfreiheiten für die Elternteile und die Ausbildung der Frauen wurde angehoben.
Auch die Einführung des Prinzips des "gender mainstreaming" ,also des Prinzips der Beachtung Frauen- bzw. Geschlechtergleichheit in allen politischen Belangen, wird zu grundlegenden nachhaltigen Veränderungen in der Gesellschaft führen, die erst in den nächsten Jahren richtig spürbar werden."

Dennoch sei es ein Irrtum anzunehmen, dass die Zielsetzungen der Frauenpolitik damit erreicht seien. Die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau entspreche noch immer nicht der tatsächlichen Realität. "Recht ist nicht immer gleich "Wirklichkeit"", so Kanovsky-Wintermann. So sei etwa das Armutsrisiko bei Frauen noch immer etwa um die Hälfte höher als bei Männern (Bericht über die Soziale Lage 2001-2002)

Weiters seien derzeit noch immer Frauen viel seltener als Männer in leitenden Positionen zu finden. (Ca. 28 % Frauen in leitender Position in Österreich - lt. Bericht über die Soziale Lage 2001 -2002) Im Gegensatz dazu seien es z.B. in Canada und USA bereits über 40%.

Kanovsky-Wintermann macht darauf aufmerksam, dass im neuen Regierungsprogramm einige positive Vorhaben zur Armutsbekämpfung geplant sind:
So werde die freiheitliche Forderung nach Erhöhung des Kindergeldes für Mehrlingsgeburten (nach dem Vorbild der Regelung des Landes Kärnten) verwirklicht. Gudrun Biffl, Arbeitsmarktexpertin des WIFO bestätige übrigens sogar -abgesehen vom Armutsbekämpfungseffekt, -den Beschäftigungsimpuls durch die Einführung des Kindergeldes, welches erstmalig (im Gegensatz zur alten Regelung) auch die Möglichkeit für Eltern einräumt, nach eigener Wahl trotz Bezug des Kindergeldes einen Beruf auszuüben.

Auch die erste Etappe der Steuerreform, die im neuen Regierungsprogramm vorgesehen sei und die u.a. eine Entlastung der geringeren Einkommen zum Inhalt haben werde, werde den Frauen zugute kommen, da diese etwa 2/3 dieser betroffenen Gruppe ausmache. Weiter sei im neuen Regierungsprogramm auch ein möglicher Anspruch auf Teilzeitarbeit vorgesehen. Kanovsky-Wintermann dazu: "Obwohl dies grundsätzlich positiv für Elternteile zu sehen ist ,sollten jedoch kleinere und mittlere Unternehmen von gesetzlichen Regelungen ausgenommen werden, da aus organisatorischen Gründen verpflichtende Teilzeitarbeit oft nicht möglich ist".

Die freiheitliche Bundesrätin erwähnte weiters, dass gerade eine gute Ausbildung eine bessere Einkommenssituation für Frauen mit sich bringt. Leider konzentrieren sich jedoch bei der Berufswahl noch immer ca. 55% der jungen Frauen auf ca. 10 Ausbildungsberufe. Darunter sei kein technischer Beruf, sondern Berufe wie Friseurin oder Handelsangestellte zu finden, welche zu den eher schlechter bezahlteren Berufsgruppen gehören. "Daher wird auch in der Ausbildung ein Umdenken bei Mädchen und Frauen notwendig sein, damit es nicht zu beruflichen Nachteilen und schlechtere Aufstiegsoptionen kommt. Ein konkretes Ziel ist, die bessere Heranführung von jungen Frauen und Mädchen an zukunftsträchtige Berufe, insbesondere im -Bereich der neuen Informationstechnologien zu forcieren.

Weiters ist die gemeinschaftliche Zertifizierung und eine einheitliche Besoldung der Familien-, Senioren-, und Behindertenhelfer ein zentrales freiheitliches Anliegen, da gerade dieser Bereich zu nahezu 90% von Frauen ausgeübt wird und auf Grund aller demographischen Entwicklungen die Arbeit in diesen Berufen immer wichtiger wird", so die freiheitliche Bundesrätin. Sie verweist in diesem Zusammenhang, darauf, dass es in Kärnten derzeit mehrere Pflegebauvorhaben gebe, die in den nächsten zwei Jahren bezugsfertig sind und damit ergebe sich ein zusätzlicher Bedarf von ca. 200 Arbeitskräften in diesem Seniorenpflegebereich.

"Die Notwendigkeit frauenpolitische Anliegen umzusetzen, ist daher weiter virulent, um die Kluft zwischen geschriebene Recht und Wirklichkeit zu verringern und aktuellen Problemfeldern entgegenzusteuern", schließt Kanovsky-Wintermann.

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