KFV: REGIERUNG SOLL MEHR FÜR VERKEHRSSICHERHEIT TUN!

Bevölkerung dafür: Laut einer vom KfV in Auftrag gegebenen Studie ist die Zustimmung für Verkehrssicherheitsmaßnahmen hoch

Wien (OTS) - Auch wenns manchmal weh tut - die Österreicher und Österreicherinnen nehmen einiges in Kauf, wenn es der Sicherheit im Verkehr dienlich ist. Vor allem beim Thema Alkohol am Steuer finden eine stärkere Überwachung aber auch höhere Strafen durchaus die Zustimmung bei der Bevölkerung, wie eine vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) in Auftrag gegebene Studie ergab. Das KfV nimmt diese positiven Ergebnisse zum Anlass um einen Appell an die neue Regierung zu richten, dass Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit nicht nur notwendig, sondern auch gewünscht sind. Vor allem, wenn man sich die Stellung Österreichs in punkto Verkehrssicherheit innerhalb der EU ansieht: "Das Österreichische Verkehrssicherheitsprogramm 2002 bis 2010 hat sämtliche Maßnahmen für einen sichereren Verkehr verankert, nun sollten diese auch zügig umgesetzt werden. Dem Ziel, die Zahl der Verkehrstoten um 50 Prozent bis 2010 zu reduzieren sind wir noch nicht konkret näher gekommen. Die dafür notwendige jährliche Verringerung wurde bereits im ersten Jahr verfehlt. Ich möchte auch erinnern, dass wir dem internationalen Vergleich nicht standhalten können und innerhalb der EU nach wie vor Schlusslicht-Position einnehmen", lässt KfV-Direktor Dr. Othmar Thann anklingen.

89 % finden Alkohol- und Drogenüberwachung gut

Die österreichische Bevölkerung begrüßt Maßnahmen für die Hebung der Verkehrssicherheit. Neben der Alkohol- und Drogenüberwachung (89%) sowie der Sanierung von Unfallhäufungsstellen (89%) halten 91 Prozent der Befragten eine gesteigerte Überwachung des Anschnallens der Kinder im Kindersitz für eine sehr gute bzw. gute Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. In punkto Alkoholdelikte werden auch Strafen als sehr gute bzw. gute Maßnahmen angenommen. Der Punkt 'Safety Audit' - das bedeutet die sukzessive Beseitigung gefährlicher Straßenstellen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit - gilt für 85 Prozent der Befragten als wichtig.

Thann: Bevölkerung dafür - Regierung muss jetzt handeln

"Dieses sensationelle Ergebnis ist ein eindeutiges Zeugnis der Mehrheit der österreichischen Bevölkerung, dass Taten gefordert sind. Mit dem Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm wurde der Grundstein gelegt, jetzt liegt es an den künftigen Regierungsverantwortlichen zu handeln und ein eindeutiges Bekenntnis in Richtung mehr Verkehrssicherheit auf Österreichs Straßen abzulegen", richtet Thann seinen Aufruf an die neue Regierung.

Zehn Forderungen an die Regierung:

Grundsätzlich begrüßt das KfV das Maßnahmenpaket der Regierung zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, wie etwa die Intensivierung der Maßnahmen gegen Trunkenheit. Darüber hinaus wird aber im Rahmen der Fortführung des Verkehrssicherheitsprogramms ein 4-Jahresprogramm für die kommende Legislaturperiode gefordert. Um das Reduktions-Ziel zu erreichen, müssen gegenüber dem Stand von 2002 insgesamt etwa 1.000 Tote 'eingespart' werden. Folgende Maßnahmen hält das KfV für besonders wirkungsvoll:

- Hochrisikofahrer: Als Sofortmaßnahme soll "Machbarkeitsstudie" Modelle zur Verfolgung von notorischen Wiederholungstätern überprüfen

- Alkohol: Nach 0,5 Promille steigen die Unfälle wieder - verstärkte Überwachung, Einsatz von Vortestgeräten und höhere Strafen sind gefragt

- Drogen: Hohe Dunkelziffer bei Unfällen - Forcierung einer zielgerechten Überwachung und Ausbildung von Exekutivbeamten

- Sanierung von Unfallhäufungsstellen: Einheitliche Standards für Bund, Länder und Gemeinden, Überprüfung der gesetzten Maßnahmen würde Zahl der Getöteten um ein Vielfaches reduzieren

- Gurt/Kindersitz: Rund ein Viertel aller Kinder wird ungesichert befördert - eine verstärkte Überwachung ist zu begrüßen

- Fahren mit Licht am Tag: EU-Studie bestätigt positive Wirkung auf Unfallgeschehen - Einführung von Tagfahrlicht für Fahrten im Freiland während der Winterzeit

- Abstand: Klare gesetzliche Regelung und Einsatz der Abstandsmessgeräte

- Zeitgemäße Führerschein-Ausbildung: Entrümpelung der theoretischen Fahrausbildung zu Gunsten von Fahrpraxis und Risikobewusstsein

- Omnibusse: Anstelle der bisher geltenden Regelung bei Sitzplätzen in Omnibussen: Kinder unter 6 Jahren zählen gar nicht, bei Kindern von 6 bis 14 Jahren zählen drei Kinder als zwei - soll 1:1 Zählregelung für Kinder, d.h. pro Kind ein Sitzplatz, eingeführt werden

- Sicherheitsaudit: Einführung einer verpflichtenden Sicherheitsprüfung bei allen Straßenbauprojekten

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161
http://www.kfv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KVS0001