Österreichischer Familienbund: Rechtsanwaltspflicht bei Scheidungen nicht im Familieninteresse

Wien (OTS) - Skeptisch steht der Österr. Familienbund als Interessensvertretung tausender Österr. Familien dem Vorschlag von Justizminister Dr. Böhmdorfer gegenüber einen Rechtsanwaltszwang bei einvernehmlichen Scheidungen einzuführen. Es ist nur zu hoffen, dass damit nicht den eigenen berufsständischen Interessen ein Millionenkuchen zugeführt werden soll, so dazu kritisch LAbg. Mag. Otto Gumpinger, Präsident des Österr. Familienbundes.

Rückfragen bei Familienrichtern haben ergeben, dass derzeit bei wesentlich weiniger als 50% der einvernehmlichen Scheidungen Rechtsvertreter beigezogen werden. Scheidungen führen an und für sich oft zum wirtschaftlichen Ruin eines Elternteiles. Die enorme zusätzliche Kostenbelastung von 2 Honorarverpflichtungen schmälert weiter das aufteilbare Vermögen und damit auch die Lebensqualität der betroffenen Kinder.

Unfaire Übervorteilungen bei Scheidungsvergleichen zu verhindern ist eine wichtige Zielsetzung, die der Familienbund begrüßt, so Gumpinger. Nur sollten hier kostengünstige Vorgehensweisen gesucht und nicht einfach die schlechte deutsche Regelung übernommen werden. Kostengünstige Mediation und die Überführung der Familienberatung am Bezirksgericht in ein flächendeckendes Regelsystem wären mögliche Maßnahmen genauso wie gesetzliche Verpflichtungen zur Einschaltung dieser Instanzen, wenn vom Richter eine Übervorteilung erkannt wird. Die Möglichkeit einer Wiederaufrollbarkeit von Scheidungsvergleichen im Fallen von groben Übervorteilungen oder innerhalb einer mehrjährigen Frist könnten ebenfalls diskutiert werden, so abschließend der Familienbund.

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Österr. Familienbund
Tel.: 02742 77304
oder Präs. LAbg. Mag. Otto Gumpinger
Tel.: 0664 2252775

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