FSG-Bachner: "Kandlhofer predigt Wasser und trinkt selber Wein"

Bauernkrankenkasse, aus der Kandlhofer kommt, hat erst vor kurzem Selbstbehalte eingeschränkt

Wien (FSG): "Josef Kandlhofer, der aus der Bauernkrankenkasse kommt, scheint als nunmehriger Sprecher der Hauptverbandsgeschäftsführung die sozialen Probleme mit Selbstbehalten vergessen zu haben", erklärt FSG-Bundessekretärin Roswitha Bachner heute, Dienstag. Sie erinnert daran, dass die Bauernkrankenkasse in den 90er Jahren prozentuelle Selbstbehalte abgeschafft hat. "Trotz sozialer Deckelung hat das System der Selbstbehalte derart viele Bauern von einem Arztbesuch abgehalten, dass eine Veränderung herbeigeführt werden musste." ++++

Die Bauern zahlen heute ein Pauschalgebühr - ähnlich der Krankenscheingebühr der ASVG-Versicherten. Als "blanken Zynismus" bezeichnet Bachner Kandlhofers Aussage, dass mit einem Selbstbehalt mit Obergrenze vor allem chronisch Kranke und Kinderreiche besser gestellt seien als jetzt. "Wie sollen die Betroffenen besser gestellt sein, wenn sie noch mehr als bisher bezahlen müssen?" Die sozialen Belastungen dieser Menschen sprechen dafür, dass für sie die Selbstbehalte reduziert werden müssen und nicht ausgebaut!"

Die FSG-Bundessekretärin weist auf die Ergebnisse jüngst vom Sozialministerium in Auftrag gegebenen Studie über Selbstbehalte hin. Dort könne Herr Kandlhofer nachlesen, dass Selbstbehalte nur dann einen Lenkungseffekt haben, wenn sie extrem hoch sind. "Sie belasten Kranke deutlich stärker als Gesunde und treffen vorwiegend alte, chronisch- und schwerkranke Personen", betont Bachner.

Dies sei auch Herrn Reinhold Mitterlehner, Generalsekretär-Stellvertreter der Wirtschaftskammer, ins Stammbuch geschrieben. Statt dem Wiener Gebietskrankenkassenobmann Franz Bittner auf Grund seiner Ablehnung gegenüber neuen Selbstbehalten politische Motivation zu unterstellen, sollte er sich lieber über seine eigene Rolle klar werden. "Mitterlehner soll sich überlegen, ob er kritikloser Regierungsanhänger oder verantwortungsvoller Sozialpartner ist, der in der Selbstverwaltung die Interessen der Versicherten vertritt."

FSG, 4. März 2003 Nr. 011

Rückfragen & Kontakt:

FSG-Presse
Ernst Weber
Tel. (++43-1) 534 44/222
Fax.: (++43-1) 533 52 93

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGS0001