GPA Jugend: Maßgebliche Probleme im Bildungsbereich werden durch Stundenkürzungen nicht gelöst

GPA Jugend für umfassende Reformen im Bildungsbereich

Wien (GPA). "Trotz aller berechtigten Kritik an BM Gehrer, die wir in der Vergangenheit geübt haben, müssen wir als VertreterIn der SchülerInnen anerkennen, dass die Streichung von zwei Schulstunden pro Woche zumindest eine leichte Entlastung für die Betroffenen darstellt," zeigt sich Christian Jammerbund, Bundesjugendvorsitzender der GPA überrascht. "Trotzdem reicht es nicht, die beiden Schulstunden einzusparen, einige LehrerInnen einzusparen und wie bisher weiterzuwursteln."++++

"Das österreichische Schulsystem hätte es bitternötig, umfassend reformiert zu werden, da es größtenteils starr und veraltet ist. Das betrifft sowohl die Ausbildungsinhalte, wie auch die Lehrpläne und das Schulunterrichtsgesetz (SchUG)", analysiert Jammerbund. "Wir fordern endlich echte Reformen im Schulbereich, um die Qualität der Ausbildung zu sichern bzw. zu erhöhen. Es wäre längst an der Zeit, endlich über eine Gesamtreform unter Einbeziehung von ExpertInnen nachzudenken."

"Das 2-Klassen-Bildungssystem beginnt in Österreich de facto nach der Volksschule, wo vor allem im urbanen Bereich die 'guten' den Weg ins Gymnasium finden und die 'weniger guten' SchülerInnen in den Hauptschulen landen. Ebenso ist es bei 14-jährigen Jugendlichen viel zu verfrüht, sich im allgemeinen Buhlen der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen einen weiteren Ausbildungsweg auszusuchen", so Jammerbund. Die Oberstufe der AHS sei lediglich für jene geeignet, die später fix ein Studium beginnen, da AHS-MaturantInnen jegliche Qualifikation für den Arbeitsmarkt fehle.

"Am meisten reformbedürftig sind jedoch die polytechnischen Lehrgänge, die ursprünglich als Drehscheibe vor der Berufswahl verstanden wurden", konkretisiert Jammerbund. Diese seien in den letzten Jahren beinahe zu Pro-Forma-Schulen verkommen, obwohl gerade hier die Möglichkeit bestünde, Lerndefizite vor der dualen Berufsausbildung zu kompensieren.

ÖGB, 4. März 2003
Nr. 122

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