ARGE-ÄrztInnen: Selbstbehalt-Diskussion der falsche Ansatz

Gesundheitspolitik statt Belastungsfantasie gefragt

Wien (ÖGB). "Was in diesem Land als Gesundheitspolitik 'verkauft' wird, ist eigentlich nichts anders als ein Wettbewerb unter dem Motto 'Wer hat die regste Belastungsfantasie?'", kritisiert die die Sprecherin der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, die neuerliche Diskussion über Selbstbehalte. Wenn nach einer heute veröffentlichten Studie Österreich bei den Gesundheitsausgaben im europäischen Vergleich unter dem Durchschnitt liege, dann, so die ÄrztInnenvertreterin, müssen wir über die Zukunft des Gesundheitssystems diskutieren und nicht über neue Belastungen.

Österreichs Gesundheitsausgaben betragen 8,31 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und sind damit unterdurchschnittlich (siehe dazu APA 146 von heute). Oberhauser: "Nicht nur, das diese Tatsache bei bestimmten GesundheitspolitikerInnen nie mitgedacht wird, firmiert in Österreich Belastungspolitik unter dem Titel Gesundheitspolitik. Es geht offensichtlich dabei nicht um die Gesundheit der Menschen, sondern darum, wie geschickt mache ich die Menschen ärmer. Das kann es doch nicht sein."

Die ARGE-ÄrztInnen-Sprecherin fordert eine umfassende und grundsätzliche Diskussion über die Zukunft des Gesundheitssystem und die Ausarbeitung eines Gesundheitsplanes über die Ländergrenzen hinweg. Oberhauser: "Erst wenn wir wissen, was wir wollen, können wir seriöserweise über die Finanzierung diskutieren. Alles andere ist unprofessionell und gesundheitsgefährdend."(ff)

ÖGB, 4. März 2003 Nr. 121

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