Niedrigste Winterbeschäftigung am nö. Bau seit 15 Jahren

Wien (OTS) Ende Februar 2003 waren beim AMS NÖ 51.750 Personen arbeitslos vorgemerkt, um 2.302 oder 4,7 % mehr als vor einem Jahr. Damit hat sich die nö. Arbeitsmarktbilanz weiter eingetrübt. Zum Vergleich: Im Februar 2001 waren in NÖ. insgesamt 45.246 Personen vorgemerkt.

Verantwortlich dafür ist in erster Linie das Fehlen von verlässlichen Anzeichen für eine rasche Erholung der Konjunktur. Zur Zeit deutet leider gar nichts auf einen bevorstehenden Aufschwung hin. Die Investitionsneigung ist gering, die Umsätze im Einzelhandel stagnieren und auch am Bau ist in Niederösterreich keine Belebung in Sicht. Im Gegenteil: Der Beschäftigtenstand im nö. Bauwesen lag zuletzt mit knapp 33.000 Beschäftigten um 1.350 unter dem Wert des Vorjahres. Das war zugleich der niedrigste Jännerwert seit 1988, also seit genau 15 Jahren. Insgesamt waren zu Jahresbeginn in Niederösterreich 484.157 Personen aktiv unselbständig beschäftigt (d.h. ohne Karenz- und KindergeldbezieherInnen und ohne Präsenzdiener), um 1.773 oder 0,4 % weniger als im Vorjahr. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten steigt hingegen im Jahresvergleich um 973 oder 3,2 % auf insgesamt 31.145.

Mit 10.521 arbeitslosen Bauarbeitern Ende Februar war deren Arbeitslosigkeit um 6,8 % höher als im Vorjahr (absolut: + 672 Personen) und auch ähnlich hoch wie in den "Krisenwintern" Mitte der 90er Jahre. Einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr verzeichneten Ende Februar auch die Büroberufe (+347 Vorgemerkte), die Handelsberufe (+ 285) sowie die Fremdenverkehrsberufe (+ 202).

Negative Trends auch bei Jugendlichen und Akademikern Trotz des im Oktober so erfolgreich gestarteten Jugendqualifizierungsprogramms steigt die Arbeitslosigkeit der 15 bis unter 25-Jährigen weiter an: Ende Februar 2003 waren insgesamt 8.154 Personen unter 25 Jahre arbeitslos vorgemerkt, um 841 oder 11,5 % mehr als im Vorjahr. Somit entfiel über ein Drittel des Anstieges der Arbeitslosigkeit Ende Februar auf Jugendliche. Der Anstieg ist relativ breit über die Berufsgruppen gestreut, wobei jedoch auch hier die Bauarbeitslosigkeit am stärksten durchschlägt (+ 171 od. 11,2 % mehr Jugendliche vorgemerkt als im Vorjahr), gefolgt von den Metall-und Elektroberufen (+ 126 od. 12,0 %).

Die Struktur der Arbeitslosigkeit zeigt grundsätzlich, dass das Risiko arbeitslos zu werden, mit steigender Bildung sinkt. Nach Ausbildungsstufen betrachtet steigt die Arbeitslosigkeit (saisonbedingt) zwar am absolut stärksten bei Personen mit maximal Pflichtschulabschluss (+ 854) gefolgt von den Personen mit Lehrabschluss (+839), prozentuell am größten waren die Zunahmen jedoch bei Personen mit Abschluss einer Universität (absolut + 97 od. 16,1 %).

Trotz Konjunkturschwäche Steigerung der Zahl an offenen Stellen Erfreulich ist, dass sich aufgrund von gesteigerten Aktivitäten im Rahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik die Zugänge an offenen Stellen in den letzten Monaten (gegenüber dem Vorjahr) stark erhöhen: Ende Februar 2003: +23,9 %, Ende November 2002: +25,2 %, Ende Oktober 2002: +24,5 %. Hier zeigt sich - neben der Landwirtschaft - eine starke Steigerung bei den Metall- und Elektroberufen, den Hilfsberufen, den Bauberufen sowie den Verkehrsberufen. "Wir können als AMS keine zusätzlichen Jobs schaffen. Aber wir können uns bemühen, noch mehr offene Stellen zu akquirieren. Und genau das werden wir auch in Zukunft tun," meint AMS NÖ-Landesgeschäftsführer Werner Homrighausen.

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