Neues Volksblatt" Kommentar: "Die K-Bombe" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 28. Februar 2003

Linz (OTS) - Auch wenn sich ÖVP und FPÖ schon weit gehend auf eine Koalition geeinigt haben, ist der heutige Tag ein Lostag für die künftige Regierung. Die Parteigremien müssen grünes Licht für Schwarz-Blau geben. Die ÖVP wird ohne Begeisterung, aber loyal den Weg von Wolfgang Schüssel mittragen, das ist keine Frage. In der FPÖ könnte es dagegen und muss es wohl auch zur entscheidenden Auseinandersetzung kommen. Gerade rechtzeitig zum Ende der Koalitionsverhandlungen haben Jörg Haider und die Knittelfelder Partie noch einmal klargemacht, worum es ihnen in Wirklichkeit geht:
Rache zu nehmen an Wolfgang Schüssel für den Niedergang der Freiheitlichen. Es ist gut, dass dies vor der entscheidenden Sitzung so klar zu Tage getreten ist. Jetzt darf es in der FPÖ kein Herumschwindeln mehr um die tickende K-Bombe (wie Kärnten oder Knittelfeld) geben. Die schwarz-blaue Koalition hat nur dann eine dauerhafte Chance, wenn unter den 240 FPÖ-Delegierten klare Verhältnisse geschaffen werden: ein geschlossenes Ja zum Koalitionsprogramm oder zumindest eine vernichtende Niederlage für die Kärntner und Knittelfelder Gruppe. Beschwichtigende Worte eines schwachen Parteivorsitzenden Haupt wären da jedenfalls zu wenig. Sonst ist es besser, das Experiment gleich abzublasen.

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