Eisenbahner kritisieren Aufblähung des ÖBB-Vorstands

Gewerkschaft zieht aus ÖBB-Aufsichtsrat aus - "Kopfprämie" für Personaleinsparung in ÖBB-Führungsebene?

Wien (GdE/ÖGB). Die Vertreter der Eisenbahnergewerkschaft haben Donnerstag nachmittag bei der Abstimmung über den künftigen vierten ÖBB-Vorstand im ÖBB-Aufsichtsrat demonstrativ den Sitzungssaal verlassen. GdE-Vorsitzender Wilhelm Haberzettl, der gleichzeitig stellvertretender Präsident des ÖBB-Aufsichtsrates ist, zu der Aufstockung des ÖBB-Vorstands: "Wir können angesichts steigender Arbeitslosigkeit und eines Personalabbau-Programms bei den ÖBB einer weiteren millionenschweren Aufblähung des Managements nicht zustimmen!" ++++

Da wolle die Politik das einheitliche Unternehmen ÖBB zerstückeln und privatisieren, solle der so genannte Bundeszuschuss an die ÖBB um wenigstens eine halbe Milliarde Euro überfallsartig reduziert werden, plane man ein aggressives Sozialabbau- und Personalabbauprogramm, aber die Unternehmensführung habe keine anderen Sorgen als sich um mehrere Millionen Euro einen zusätzlichen Finanzvorstand anzulachen, kritisierte Haberzettl.

"Die Reisenden, vor allem die Pendler, und wir EisenbahnerInnen haben kein Verständnis dafür, dass der Zustand des Wagenmaterials bei den ÖBB den Ansprüchen an ein modernes Beförderungsunternehmen mit eben erhöhten Tarifen nicht entspricht, dass unsere Dienstnehmer Urlaube und geleistete Überstunden in Millionenhöhe nicht in Anspruch nehmen können, weil die Personaldecke zu kurz ist, aber dass gleichzeitig im Spitzenmanagement die Kosten explodieren", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende. Man müsse ja fast meinen, in den obersten Führungsebenen der ÖBB werde eine "Kopfprämie" für Personaleinsparung ausgelobt, so locker gehe man dort mit dem Geld der SteuerzahlerInnen um.

ÖGB, 27. Februar 2003 Nr. 110

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