ÖH fordert Abschaffung der Studiengebühren

Bericht zur sozialen Lage der Studierenden zeigt erschreckende Auswirkungen

Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) fordert auf Grundlage des "Berichtes zur sozialen Lage der Studierenden 2003" die Abschaffung der Studiengebühren. Weiters verlangt die ÖH von Bildungsministerin die Durchführung einer Erhebung über die soziale Lage jener 45.000 Studierenden, die aufgrund der Studiengebühren ihr Studium abbrechen mussten. Aus den der ÖH nun vorliegenden Zahlen aus dem Bericht, der seit Monaten von Bildungsministerin Gehrer aufgrund der erschreckenden Ergebnisse unter Verschluss gehalten wird, geht hervor, dass sowohl das Ausmaß der Erwerbstätigkeit, als auch der psychische Druck auf die Studierenden enorm gestiegen ist. Außerdem sind Studierende durch die Gebühren und den zeitlichen Mehraufwand durch die erhöhte Erwerbstätigkeit gezwungen, ihre Studienaktivität zu reduzieren.

Seit der Einführung der Gebühren sind zwei Drittel der Studierenden Erwerbstätig (1999 waren es 50 Prozent). Rund 40 Prozent aller Studierenden geben an, durch die erhöhte Erwerbstätigkeit ihre Studienaktivitäten reduzieren zu müssen. 58 Prozent der Studierenden sehen sich gezwungen zu arbeiten, um ihr Studium finanzieren zu können. Zwei Drittel spüren einen erhöhten finanziellen Druck. Neben der erhöhten Erwerbstätigkeit ist auch die Abhängigkeit von den Eltern gestiegen. Die monatlichen Ausgaben für das Studium haben sich von 35 Euro (1999) auf knapp 100 Euro in nur drei Jahren beinahe verdreifacht.

"Angesichts dieser Zahlen davon zu sprechen, dass die Studiengebühren akzeptiert sind, ist zynisch", so ÖH-Vorsitzende Mautz in Richtung Ministerin Gehrer. "Die Ministerin soll den ‚Bericht zur sozialen Lage der Studierenden' endlich präsentieren und eingestehen, dass sich die Situation der Studierenden durch die Studiengebühren enorm verschlechtert hat. Immerhin hätte der Bericht bereits im Sommer des letzten Jahres vorliegen sollen. Wir fordern auf Grundlage der Zahlen, die uns jetzt aus dem Bericht vorliegen die Rücknahme der Gebühren und zusätzlich eine Erhebung über die soziale Lage jener 45.000 Personen, die ihr Studium wegen der Gebühren abbrechen mussten."

Anita Weinberger, zweite Frau im ÖH-Vorsitzteam, fordert auch die ÖVP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek dazu auf, zu diesen Zahlen Stellung zu nehmen. "Es ist wenig hilfreich, wenn Frau Brinek per Aussendung jene Propagandazahlen wiederholt, die Ministerin Gehrer vor drei Wochen bereits vorgestellt hat. Die ÖVP-Wissenschaftssprecherin sollte lieber darauf hinwirken, dass der gesamte Bericht veröffentlicht wird. Angesichts der vorliegenden Zahlen die Tatsache zurückzuweisen, dass Studierende wesentlich mehr arbeiten müssen und ihre Studienaktivitäten reduziert haben, ist unseriös."

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