55,6 Prozent der Langzeitarbeitslosen sind Frauen

Mangelnde Kinderbetreuungseinrichtungen verhindern Kontinuität im Beruf=

Auf Antrag der SPÖ fand am Donnerstag im Landtag eine Aktuelle Stunde zum Thema "Berufsperspektiven für Frauen in Oberösterreich -Probleme Ziele, Maßnahmen" statt. Als Fraktionssprecherin für die Sozialdemokraten betonte Zweite Landtagspräsidentin Gerda Weichsler die nach wie vor anhaltenden Probleme bei der Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Beruf. Mangelnde Betreuungsinstitutionen verhinderten vielfach eine berufliche Kontinuität der Frauen. Weichsler machte die Abgeordneten auch mit einem Faktum bekannt, welches der allgemeinen Annahme widerspricht, dass von Langzeitarbeitslosigkeit vor allem Männer betroffen seien: "55,6 Prozent der Langzeitarbeitslosen sind Frauen - eine bedauerliche Entwicklung, die durch die Politik der gegenwärtigen Bundesregierung beschleunigt wurde."

Nach der Kinderpause könnten - so die Zweite Landtagspräsidentin -nur mehr 28,6 Prozent der Frauen in Vollzeit ihre Berufstätigkeit wieder aufnehmen. "71,4 Prozent müssen - in der Mehrheit - überhaupt aus dem Berufsleben ausscheiden beziehungsweise sich mit einem Teilzeit-Job begnügen. Ein Missverhältnis, das als politische Herausforderung auch für das Land verstanden werden muss."

Die SPÖ-Landtagsabgeordnete Gertrude Schreiberhuber kritisierte bei dieser Aktuellen Stunde zunächst scharf, "dass das Budget für aktive Arbeitsmarktpolitik seit Beginn der blauschwarzen Bundesregierung eingefroren worden ist und 2,8 Mrd. Euro zur Budgetsanierung abgezweigt wurden. Damit wurde das an sich erfolgreiche Arbeitsmarktservice finanziell ausgehöhlt, weil gleichzeitig auch die Arbeitslosenrate und damit die Zahl der zu Vermittelnden Rekordhöhen erreichte." Schreiberhuber machte außerdem darauf aufmerksam, dass im Sozial- und Gesundheitsbereich viele Stellen verfügbar wären, denen das Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten nicht entspräche. "Und wenn auch alle Bestrebungen, Frauen in nicht typische Berufe zu bringen, grundsätzlich in höchsten Maß zu begrüßen sind, so muss es ein ebenso unverzichtbarer Auftrag für die oberösterreichische Landespolitik sein, die nachgefragte Berufsausbildung in Pflegeberufen im wünschenswerten Ausmaß zu ermöglichen" ergänzte die SPÖ-Abgeordnete aus Steyr.

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