VP-Tschirf und VP-Klucsarits: Baumkahlschlag im Stadtpark nicht tragbar

Weltkulturerbe erneut gefährdet!

Wien (VP-Klub): "Die angekündigte Fällung von 70 bis 100 Bäumen im Zuge von Kanalbauarbeiten der Stadt Wien direkt im Stadtpark ist in der Form, wie sie geplant ist, nicht akzeptabel", betonte heute der Umweltsprecher der Wiener ÖVP, LAbg. Rudolf Klucsarits. Für alle Wiener gelte ein strenges Baumschutzgesetz, demgemäß die Bäume auf privaten Grundstücken streng geschützt sind und Fällungen schon ab einem geringen Stammumfang faktisch unmöglich gemacht werden. "Wenn der Gemeinde Wien aber gerade 100 Bäume, noch dazu in einem historischen Park, im Weg sind, dann gibt es bei der Genehmigung offenbar keine Probleme", wunderte sich Klucsarits.****

Der Landstraßer VP-Gemeinderat Dr. Matthias Tschirf wies seinerseits auf die bestehenden Unklarheiten hin. "Derzeit gibt es eine hitzige Debatte rund um das Bauprojekt Wien Mitte. Die Aberkennung des Status des Weltkulturerbe steht im Raum. Und als wäre das noch nicht genug, wird nun in rücksichtsloser Art und Weise ein Kanalprojekt durchgeboxt. Das ist ein echter Skandal," kritisierte er. Der Status Weltkulturerbe ist nach Auffassung des VP-Politikers durch dieses Bauvorhaben extrem gefährdet. "Die Abholzung aufgrund des Kanalprojekts wäre wahrscheinlich der Tropfen, der das Fass endgültig zum Überlaufen bringt", betonte Tschirf.

Vertrauen der Wiener in Baumschutz gefährdet

"Man kann Baumrodungen im Zusammenhang mit Bauprojekten zwar nie ganz ausschließen, aber sie müssen in einer so sensiblen Zone wie beim vorliegenden Fall so vorbereitet sein, dass es zu keinem berechtigten Bürgerunmut kommt", betonte Klucsarits. Mit diesem sei aber zu rechnen, wenn die Stadt Wien im Stadtpark regelrechte Abholzungen durchzuführen beginnt. Die Tatsache, dass nicht einmal feststeht, ob 70 oder 100 Bäume von der Rodung betroffen sind, lässt die Vermutung zu, dass bei der Projektierung ebenfalls nicht mit der entsprechenden Vorsicht vorgegangen wurde. "Wenn man das Gespräch mit dem Bundesdenkmalamt gesucht hätte, wäre man sicher zu einer Lösung gekommen, die das Fällen von weniger Bäumen erfordert hätte", so Klucsarits weiter. Er forderte daher die als MA 30- (Wien Kanal), MA 42- (Stadtgartenamt) und Umweltressortchefin dreifach zuständige Umweltstadträtin dazu auf, eine Rodungsaktion im Stadtpark zu verhindern, da sonst das Vertrauen der Wiener in den Baumschutz zutiefst erschüttert werden würde.

Unverständlich ist für Tschirf auch die Haltung der Verantwortlichen auf Landesebene. "Wie es aussieht ist den zuständigen Personen innerhalb der SP-Alleinregierung jedes Fingerspitzengefühl abhanden gekommen. Anders ist dieser kultur- und umweltpolitische Amoklauf nicht zu erklären", kritisierte er abschließend.(Schluss)

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