ÖAMTC: Österreichs Autofahrer zahlen bis zu zwei Drittel mehr als die deutschen Kraftfahrer

Gesamt-Steuerbelastung muss bei Diskussion um Mineralölsteuer berücksichtigt werden

Wien (ÖAMTC-Presse) - Immer wieder wird der Vergleich mit Deutschland zur Rechtfertigung der aktuellen Mineralölsteuer-Pläne benützt. Doch dieser Vergleich, so der ÖAMTC, hinkt. Wer die Wahrheit sagt, darf nicht nur die Mineralölsteuer-Sätze gegenüber stellen, sondern muss die Gesamtbelastung der Kraftfahrer aufzeigen:
"Vergleicht man die Kfz-bezogenen Steuern in Österreich mit denen in Deutschland, wird deutlich, wie kräftig die heimischen Autofahrer schon jetzt zur Kasse gebeten werden", erläutert ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau. Bei der Gesamtsteuer-Belastung zeigt sich nämlich, dass Österreichs Kraftfahrer in Summe wesentlich mehr zahlen - obwohl in Deutschland ein Ökosteuer-Zuschlag auf Kraftstoffe eingehoben wird.

Österreichs Autofahrer haben bei der Besteuerung von Erwerb -Normverbrauchsabgabe (NoVA), höhere Mehrwertsteuer - und Besitz eines Pkw höhere Belastungen zu tragen. Zusätzlich berappt man hierzulande noch jährlich 72,60 Euro für die Autobahn-Jahresvignette, in Deutschland dagegen fährt man mautfrei.

Wie krass es um die steuerliche Benachteiligung bestellt ist, macht ein präziser Kosten-Vergleich mit unseren deutschen Nachbarn offensichtlich. Der ÖAMTC hat in seinem Rechenmodell zwei beliebte Fahrzeuge steuerlich unter die Lupe genommen:
Ausgegangen wurde von einem VW Golf, Benziner, mit 55 kW Motorleistung und einer Jahresfahrleistung von 13.500 Kilometern sowie einem Ford Mondeo, Diesel, 85 kW, Jahresfahrleistung 20.000 Kilometer. Das Rechenmodell zeigt auf, mit welchen steuerlichen Belastungen ein Neuwagenkäufer in Österreich und in Deutschland innerhalb des ersten Jahres zu rechnen hat.

Schon beim Erwerb der Neuwagens werden im Ländervergleich eklatante Unterschiede offensichtlich: In Österreich fallen 20 Prozent Mehrwertsteuer an, in Deutschland nur 16 Prozent.
Noch krasser zeigt sich die Mehrbelastung bei der Zulassungsabgabe:
Unter dem Titel "Normverbrauchsabgabe" werden in Österreich z.B. für den Golf 969 Euro, für den Mondeo 1.533 Euro eingehoben. In Deutschland fällt diese Form von Besteuerung nicht einmal an.
Ist man im Besitz des Neuwagens, ohne noch einen einzigen Kilometer damit zurückgelegt zu haben, klingeln erneut die Kassen - Kfz-Steuer wird fällig. Und zwar wieder in Österreich mehr als bei unserem Nachbarn. So zahlt man in Österreich für den Golf 204,60 Euro jährlich, für den Mondeo 402,60 Euro. In Deutschland sind beide Fahrzeuge in der Euro 4-Schadstoffklasse und damit steuerbefreit bis Ende 2005.

Besser haben es die österreichischen Autofahrer im Vergleich mit den deutschen ausschließlich bei der Mineralölsteuer. Der heimische Golf-Fahrer zahlt dafür pro Jahr 351,65 Euro, der Mondeo-Fahrer 332,76 Euro. Die vergleichbaren Kosten in Deutschland belaufen sich auf 565,49 Euro für den Golf und 555,07 Euro für den Mondeo.

Die Differenz der gesamten steuerlichen Belastung: Für den Golf-Fahrer ist sie in Österreich um 48,6 Prozent - oder 1.534 Euro -höher und für den Mondeo-Fahrer sogar um 68,9 Prozent, also 2.706 Euro. "Dieses Rechenbeispiel beweist eindeutig, dass die isolierte Betrachtung der Mineralölsteuer ein der Realität völlig entgegengesetztes Bild erzeugt. Deshalb darf die Mineralölsteuer nicht erhöht werden", unterstreicht Elisabeth Brugger-Brandau die ÖAMTC-Position.

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ÖAMTC-Pressestelle/Sabine Fichtinger

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