VP-Pfeiffer: Auslassungen des Ärztekammerpräsidenten tendieren zur Unerträglichkeit

Selbstbehalte tragen bei Bauern, Beamten und Selbständigen auch nicht zum Siechtum bei

Wien (VP-Klub): "Die ausschließlich vom Erwerbsdrang gekennzeichneten Aussagen von Ärztekammerpräsidenten Dorner sind schon in der jüngsten Vergangenheit eine Befremdlichkeit für seinen Stand geworden. Ich frage mich, wie lange es sich die seriöse Ärzteschaft noch gefallen lässt, dass ihr Präsident mit Meinungen an die Öffentlichkeit tritt, deren politische Ethik fraglich ist", meldet sich der Drogensprecher der Wiener Volkspartei, Gemeinderat Gerhard Pfeiffer, zu der gestrigen Aussendung des Interessensvertreters Dorner zu Wort. " Aussprüche wie 'katastrophales Signal in die falsche Richtung' und 'Aushöhlung des österreichischen Gesundheitssystems', wegen eines durchschnittlichen Selbstbehaltes von 15.- EUR pro Monat, geben das Anliegen selbst nur der Lächerlichkeit preis".****

Schon mit einigen Aussendungen habe Präsident Dorner bewiesen, dass sein Verständnis einer Gesundheitspolitik sich ausschließlich an der Quantität der in Anspruch genommenen ärztlichen Leistungen und deren Honorierung orientiere. Das sei aber Krankheitspolitik auf dem Rücken der Patienten. Viel mehr sei die Gesundheit eine ganzheitliche Aufgabe jedes Menschen für sich selbst, die sich laut Definition der WHO ( World Healthy Organisation ) aus einem körperlichem, seelischem und sozialem Wohlbefinden definiere, welches aus der inneren Einstellung des Menschen zu sich und seinem Umfeld resultiere. Dies sei aber nicht abhängig vom oftmaligen Arztbesuch, sondern von der wirkungsvollen Unterstützung des Arztes bei der Selbstheilung des Patienten.

Ärztliche Hilfe entscheidet

Pfeiffer weiter: "Es kommt daher nicht auf Selbstbehalte oder Beitragserhöhungen an, sondern wie gut einem geholfen wird, die Gesundheitsstörungen zu bekämpfen. Denn jene Medizin, die den Patienten einzureden versuchte, dass es genüge öfter mal den Körper abzugeben und auf einen kleinen Braunen ins benachbarte Kaffe zu gehen, um dann die Reparatur wieder abzuholen, die sollte längst ausgespielt haben."

Dazu käme, dass bei jenen Gruppierungen in unserem Lande, die schon längst Selbstbehalte für Arztbesuche bezahlten, weder die Neigung zur Selbstbeschädigung noch die Ausformung einer Ärztephobie zu beobachten sei. Sie seien im Durchschnitt laut Statistik der Krankenkassen weniger oft krank. Grund wäre, dass einfach nur die wirklich Kranken oder solche, die der Gesundheitsvorsorge einen Wert beimessen, einen Arzt aufsuchten. Zum Arzt zu gehen solle nur dann eine Notwendigkeit sein, wenn man echte und professionelle Unterstützung zur Bekämpfung einer Krankheit benötige und dafür wäre ein sozial gestaffelter Selbstbehalt durchaus sinnvoll . Beitragserhöhungen, die eine weitere Drehung der Spirale der Krankheitskosten bewirkten seien hingegen absolut kontraproduktiv, sind aber die einzige Idee von Präsident Dorner, die er gebetsmühlenartig vorbringt, ohne deren gesamtwirtschaftlichen Nachteile auch nur zu erkennen.

Gesundheitsvorsorge muss erst installiert werden.

Pfeiffer:" Die Idee der Gesundheitsvorsorge geistert schon lange durch unser Land. Die Verwirklichung harrt jedoch ebenso lange der Durchführung. Es muss dafür ein völlig neuer Typus von "Gesundheitshelfer" her, der im derzeitigen Krankheitssystem überhaupt keinen Raum und keine Bezahlung findet. Werbung für gesundes Leben, Beratung zur Vorsorge und gesunde Verhaltensweisen, Frühdiagnose von Abweichungen und Gatewayfunktion bei sich manifestierenden Krankheitsbildern. Das sind die Zukunftsaufgaben. Solche Dienstleistungen sollten tatsächlich mit den Krankenkassenbeiträgen abgegolten sein und keine zusätzlichen Belastungen für den einzelnen mit sich bringen.

Tatsächlich heißt das: Der gute alte Hausarzt, aufgewertet um Aufgaben der Vorsorge muss wieder her.

Und nicht die Sorge des Ärztepräsidenten um entgangenen Ärztebesuche zum Nutzen der Fünfminutenmedizin und Krankenscheinoptimierung. Die Presseaussendungen des Herrn Dorner tendieren immer mehr zur Unerträglichkeit und werden ein Ärgernis, wenn man das gesundheitliche Wohl der Menschen in unserem Lande im Auge hat".(Schluss)

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