AK-Rechtsschutz: 9 Millionen Euro für Kärntner Arbeitnehmer Utl: Vertretung bei Firmenpleiten erreichte Spitzenwert

Klagenfurt (AK) - Mehr als 6.500 Arbeitnehmer hat die
Arbeiterkammer Kärnten im Vorjahr in arbeitsrechtlichen Streitfällen vertreten. Dabei wurde für die Betroffenen eine Summe von rund neun Millionen Euro erstritten. Nach den großen Steigerungen der Vorjahre hat sich die Inanspruchnahme der AK-Rechtsabteilung damit auf hohem Niveau eingependelt.
Seit 1992 bietet die AK ihren Mitgliedern kostenlosen Rechtsschutz in arbeits- und sozialrechtlichen Streitfällen an. Die dabei erstrittene Summe hat sich in Kärnten von anfänglich drei auf neun Millionen Euro verdreifacht. Insgesamt hat die AK seit 1992 in Kärnten 108 Millionen Euro für die Arbeitnehmer erstritten.
Der überwiegende Teil der arbeitsrechtlichen Konflikte wurde auch im Jahr 2002 auf außergerichtlichem Weg durch Interventionen beigelegt. Durch das Einschreiten der AK wurden den Arbeitnehmern fast 1,8 Millionen Euro an ausstehenden Löhnen und Gehältern nachbezahlt. In 936 Fällen hat die AK für ihre Mitglieder den Weg zum Arbeitsgericht beschritten und 2,2 Millionen Euro erstritten.
Noch nie zuvor hat die AK so viele Forderungsanmeldungen beim Konkursgericht eingebracht wie im Vorjahr. 1.320 Arbeitnehmer wurden im Zuge von Insolvenzverfahren vertreten. Das ist ein Spitzenwert. Für die betroffenen Dienstnehmer hat die AK beim Konkursgericht 5,1 Millionen Euro nachgefordert. Zu den größten Firmenpleiten des letzten Jahres zählten unter anderem Betriebe wie die Velox-Montage und Vertriebs GmbH, Rapatz & Jahn oder die AIK, bei der das Konkursverfahren allerdings noch nicht abgeschlossen ist.
Ein Großteil der arbeitsrechtlichen Klagen und Interventionen erfolgte auch im Jahr 2002 wegen ausstehender Lohn- und Gehaltszahlungen, wegen der ungerechtfertigten Auflösung von Dienstverhältnissen und vorenthaltenen Ansprüchen auf Abfertigung. Sprunghaft gestiegen sind auch die Anfragen zum neuen Mitarbeitervorsorgegesetz, zur Altersteilzeit und zu den Änderungen bei den Pensionen.
Wegen abgewiesener Pensionsanträge hat die AK in Kärnten im Vorjahr 2.379 Klagen gegen in- und ausländische Pensionsversicherungen bearbeitet. Von den bisher erledigten 1.585 Verfahren wurden 478 positiv abgeschlossen. Für rund 200 Personen hat die AK Hilfestellung bei der Pflegegeld-Einstufung geleistet.
Auch Lehrlinge und Jugendliche können den AK-Rechtsschutz in Anspruch nehmen. Im Vorjahr haben sich die AK-Rechtsexperten 378 Mal für Lehrlinge eingesetzt und dabei knapp 236.000 Euro an Nachzahlungen erreicht.
Den Mitgliedern mit gleichen Mitteln noch mehr Leistungen zu bieten, ist nach wie vor Ziel des Aktionsprogrammes AK plus. Im Rahmen dieses Reformkonzeptes bietet die Arbeiterkammer seit dem Vorjahr auch der wachsenden Zahl der freien Dienstnehmer kostenlose Rechtsberatung an. Für freie Dienstnehmer greifen arbeitsrechtliche Schutzgesetze wie bezahlter Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder Anspruch auf Abfertigung und Überstundenbezahlung nicht. Sie sind auch nicht arbeitslosenversichert und erhalten im Fall einer Insolvenz kein Geld aus dem Insolvenzfonds.

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