ÖAMTC-Sommerreifentest 2003: 30 Sommerreifen im Praxistest

Der 33. Reifenvergleich des Clubs zielt ganz auf Sicherheit ab

Wien (ÖAMTC-Presse) - Die Reifen-Vergleichstests, die der ÖAMTC gemeinsam mit seinen europäischen Test-Partnern durchführt, sind nicht nur für die Autofahrer, sondern auch für die Entwicklungstechniker der Reifen- und Automobilhersteller ein wichtiger Gradmesser. Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr hat der ÖAMTC 33 Jahre Testerfahrung mit hohem zeitlichen wie personellen Aufwand investiert, und das bei kontinuierlicher Weiterentwicklung der Prüfmethoden im internationalen Teamwork.

Für die möglichst umfassende Kaufberatung ist es auch wichtig, dass die ÖAMTC-Tests über mehrere Reifengrößen gleichzeitig informieren. Beim Sommerreifentest 2003 waren die Dimensionen 185/60 R 14 H für Kompaktwagen und 195/65 R 15 V für große Limousinen mit hoher Leistung am Testprogramm. "Beide Reifengrößen gelten als sogenannte 'Entwicklungsgrößen'. Das bedeutet, dass andere Dimensionen von dieser Basis abgeleitet werden und die Ergebnisse somit stellvertretend für gut 90 Prozent des gesamten Reifenmarktes stehen können", weiß ÖAMTC-Reifenexperte Willy Matzke.

Bei den "Kleinen", der 185er Dimension, überrascht, dass der Allwetterreifen Goodyear Eagle Vector 2 und der neue Michelin Energy 3 am weitesten laufen und zugleich den geringsten Sprit verbrauchen. Sie haben Bestnoten bei Verschleiß und Rollwiderstand. Auf Nässe sind andere besser. So heißen die Sieger mit jeweils vier Sternen Bridgestone Turanza ER 70 und Conti EcoContact 3. Die breite Palette an Drei-Stern-Typen zeigt aber, dass man fast überhaupt nichts falsch machen kann, wenn man einen Reifen aus diesem Test wählt. Selbst die Schlusslichter punkten, nämlich beim Preis.

Die besten 185er-Reifen sind im Kriterium "Trocken" Bridgestone Turanza ER 70, Fulda Carat Attrio und Dunlop SP Sport 01, bei "Nässe" Bridgestone Turanza ER 70, Continental EcoContact 3 und Toyo Roadpro R 610, beim "Sprit-Verbrauch" Michelin Energy 3, Continental EcoContact 3 und Hankook Optimo K 406, sowie beim "Verschleiß" Michelin Energy 3, Nokian HRH 2 und Vredestein Hi-Trac.

Im Reigen der 195er-Reifen liegen nicht die größten Marken an vorderster Stelle: Hier gewinnt das "Sonderangebot" aus dem Goodyear-Konzern, der Fulda Carat Attiro, vor dem Uniroyal Rallye 540 (der Nebenmarke aus dem Haus Conti) und dem sensationellen Sportrac 2 vom vergleichsweise kleinen holländischen Hersteller Vredestein. Der neue Dunlop SP Sport 01 sollte in der Verschleißfestigkeit zulegen, dem Pirelli P 7 fehlen entscheidende Zehntel bei der Rollwiderstands-Note. Bei Conti und Goodyear wurden die strengen Nässeprüfungen zur Hürde. Der Semperit Speed Comfort wiederum schafft mehr Komfort und weniger Speed, aber das passt eigentlich gut zum Wertewandel bei den Autoansprüchen.

Die besten 195er-Reifen sind im Kriterium "Trocken" Fulda Carat Attrio, Goodyear Eagle NCT 5 und Dunlop SP Sport 01, bei "Nässe" Vredestein Sportrac 2, Toyo Roadpro R 610 und Maloya Futura Sport V, beim "Sprit-Verbrauch" Michelin Energy 3, Continental Premium Contact und Semperit Speed Comfort, sowie beim "Verschleiß" Michelin Energy 3, BF Goodrich Profiler und Goodyear Eagle NCT 5.

Getestet wird rund um den Erdball

"Die Test-Teams haben Zugang zu allen Testgeländen rund um den Erdball. Jedes Klima, jede Wetter- und Straßenlage wird so buchstäblich 'erfahrbar'. Auch Spritverbrauchs-Messungen und Dauerläufe über Hunderttausende Kilometer sind nur mit so professioneller, internationaler Organisation zu realisieren", betont ÖAMTC-Experte Matzke. Entscheidende Testkriterien sind in jedem Fall nicht Top-Leistungen in Einzel-Kapiteln, sondern die richtige Mischung aus Sicherheit, Ökologie und Ökonomie.

Bei den ÖAMTC-Prüfungen landen daher meist andere Pneus auf dem Siegerpodest als dort, wo nur Sportlichkeit im Vordergrund steht. Den Schwerpunkt auf sportliche Auslegung zu setzen, hat sich gegenwärtig überholt. Die Konsumentinnen und Konsumenten setzen beim Autokauf mehr auf Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Kostenbewusstsein. Diesem Trend kann sich auch die "Gummi-Branche", deren Erfolg ja eng mit dem Automarkt verknüpft ist, nicht entziehen.

Beim Reifentest werden auch immer zusätzlich Prototypen erprobt und die Reifentester des ÖAMTC und seiner Partner experimentieren auch mit Auto-Fahrwerken, die noch nicht auf dem Markt sind. "Dass wir regelmäßig von der Industrie in die Arbeit an Forschungs- und Entwicklungs-Projekten mit einbezogen werden, hat zwei Gründe:
Erstens die komplexen Zusammenhänge zwischen Reifen, Fahrbahn und Fahrwerk, zweitens der Umstand, dass immer mehr Autohersteller einzelne Entwicklungsschritte an Zulieferer delegieren und diese Zulieferer mehr als nur Einzelteile produzieren", so Matzke. Denn, immer öfter wird etwa die Fahrwerks-Vorausentwicklung von Tochterfirmen mancher Reifenkonzerne durchgeführt.

Nicht vor Ostern auf Sommerreifen wechseln

Für den Kauf neuer Sommerreifen kann schon jetzt die Entscheidung gefällt werden. Für den Wechsel der Winterreifen auf Sommerreifen empfiehlt sich aber erst die Osterzeit. Denn eine Faustregel besagt, dass man von O bis O, also von Oktober bis Ostern mit Winterreifen sicherer unterwegs ist. Erst zu Ostern kann davon ausgegangen werden, dass die Temperaturen auch in der Nacht nicht mehr unter zehn Grad Celsius abfallen. Der ÖAMTC-Reifenexperte spricht von der zusätzlichen Sicherheitsformel 4 x 4 x 4: Vier gleiche Reifen, die nicht länger als vier Jahre gefahren wurden und mindestens vier Millimeter Profil aufweisen.

Detaillierte Informationen über den ÖAMTC-Sommerreifentest 2003, sowie auch Tests von anderen Reifengrößen, findet man auf der Homepage des Clubs im Internet unter http://www.oeamtc.at/Reifentest/.

Aviso an die Redaktionen:
Eine Grafik und Fotos zum ÖAMTC-Sommerreifentest finden Sie im ÖAMTC-Foto-Service, das Sie ebenso wie die ÖAMTC-Presseaussendungen im Internet unter http://www.oeamtc.at/presse/ abrufen können.

Aviso an die Hörfunk-Redaktionen:
Ein Interview mit ÖAMTC-Reifenexperten Willy Matzke ist via APA-Audio-Plattform abrufbar.

(Schluss)
ÖAMTC-Pressesstelle/Hannes Kerschl

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