"Konsument"-Markterhebung: Katastrophenversicherungen

Oft zu geringe Deckungssummen und tückische Klauseln.

Wien (OTS) - Nur ein Viertel der Anbieter von Eigenheim- und Haushaltsversicherungen bieten Vorsorge für den Katastrophenfall an. Grundsätzlich sind Hochwasser, Überschwemmung, Vermurung, Lawinen und Erdbeben versicherbar. Das zeigt eine aktuelle Markt- und Preiserhebung des Testmagazins "Konsument", die auch ans Licht bringt, dass viele Versicherungsprodukte mit "Katastrophenvorsorge" im Ernstfall geringe Deckungssummen haben und damit keine umfassende Absicherung für Katastrophen bieten. Die meisten Pakete sehen nur geringe Deckungssummen von 3.000 bis 7.000 Euro vor, nur wenige sind bis 50 Prozent der Versicherungssumme erweiterbar. Die Jahresprämien beim "Konsument"-Beispiel für eine Eigenheimversicherung schwanken zwischen 371 und 812 Euro.

Neben den unterschiedlichen Leistungsangeboten und Prämien erschwert auch das Begriffswirrwarr den Vergleich von Katastrophenversicherungen. Hochwasser, Lawinen, Erdbeben und Wetterschäden sind vage Begriffe mit konkreten Folgen. "Konsument" entdeckte während seiner Recherchen einige Spitzfindigkeiten. So ist zum Beispiel jemand, der sich laut Prospekt gegen "Lawinen" versichert glaubt, möglicherweise nur gegen Eislawinen, nicht jedoch gegen Dach- oder Staublawinen gedeckt. Das Ansteigen des Grundwassers ist nicht bei allen Versicherern inkludiert, selbst wenn daraus Hochwasser entsteht.

"Konsument" fordert die Versicherer auf, einheitliche Katastrophendefinitionen zu verwenden und schlägt außerdem vor, allen potenziellen Kunden zu jeder Schadensmöglichkeit ein detailliertes Infomationsblatt auszuhändigen, welche Schäden bis zu welcher Summe gedeckt sind und welche nicht. Die Zusage eines Beraters genügt nicht. Aufgrund der zahlreichen Ausnahmen, Beschränkungen und ungenauen Definitionen von Katastrophen empfiehlt "Konsument" bei unklaren Bedingungen vor Abschluss eines Vertrages die Deckung des Risikos schriftlich vom Versicherer bestätigen bzw. sie als Zusatz in die Polizze aufnehmen zu lassen.

Entstehen bei Katastrophen gewaltige Schäden, begrenzt die Kumulschadenklausel die Schadensabgeltung. Nur Anker, Generali, Interunfall und Maklerpool verzichten auf diese u. U. folgenschwere Klausel. Sie bezeichnet die Höchsthaftungsssumme der Versicherer pro Schadensereignis für alle von diesem Ereignis betroffenen Versicherten. Zunächst werden alle Schadensmeldungen zusammengezählt (kumuliert). Übersteigen die Entschädigungen die Höchsthaftungssumme, wird anteilsmäßig gekürzt. Zum Glück haben einige Versicherer (Donau, Wiener Städtische und Zürich) bei den Hochwasserschäden im letzten Sommer auf die Anwendung dieser Klausel verzichtet.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) stellt folgende Tendenz in der Annahmepolitik der Versicherer fest: Die Versicherer werben damit, Katastrophenschutz "für alle" anzubieten und keine Region auszuschließen. Reaktionen von Konsumenten zeigen allerdings das Gegenteil: Wer in einem gefährdeten Gebiet lebt, wird abgelehnt und erhält keinen Versicherungsschutz gegen Katastrophen.

Mehr über Katastrophenpakete und Versicherungsvergleiche anhand eines Prämienbeispiels bietet die März-Ausgabe des Testmagazins "Konsument".

Rückfragen & Kontakt:

VKI-Abteilung Finanz-Dienstleistungen,
Gabi Riener, Tel.: 58877 DW 203.

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NKI0002