Innenministerium: Bundesbetreuung von Asylwerbern wird privatisiert

Ziel: Verbesserung der Betreuung und der Grundversorgung

Wien (OTS) - "Die Optimierung der Grundversorgung für Asylwerber stand von Anfang an im Vordergrund", begründet der im Bundesministerium für Inneres für Recht und Asylfragen zuständige Sektionsleiter Dr. Theodor Thanner die Einrichtung einer Projektgruppe, die sich im vergangenen Jahr mit der Gestaltung der Bundesbetreuung von Asylwerbern auseinandergesetzt hat. Die vom Innenministerium geforderten Kriterien zur Übernahme der Bundesbetreuung werden von European Homecare am besten erfüllt; European Homecare erbringt beste Qualität, wobei insbesondere auf die Gewährleistung sozialer Standards geachtet wurde, aber auch die Frage der Übernahme der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Betreuungseinrichtungen und die Preisgestaltung für die Auftragsentscheidung von Bedeutung waren. ****

Mit der Ausgliederung der Bundesbetreuung an einen privaten Anbieter ist eine Professionalisierung, ein Mehr an Qualität für die Asylwerber verbunden, gleichzeitig wird damit ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der EU-Richtlinie des Rates zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylwerbern in den Mitgliedstaaten gesetzt. Mit der Übertragung von zwei wichtigen Säulen der Flüchtlingsarbeit an European Homecare, der Organisation der Unterbringung, der Grundversorgung und der Betreuung, die u. a. die rechtliche Hilfestellung und das Anbieten und Durchführen von Sprachkursen umfasst, kann sich der Staat, das Innenministerium verstärkt seinen Kernaufgaben, der Sicherstellung eines fairen und zügigen Asylverfahrens und der Gewährleistung der notwendigen Sicherheit widmen. Die notwendigen Erst-Abklärungen nach einer Asylantragsstellung werden schneller erfolgen können.

Der Auswahl von European Homecare ging ein umfassendes öffentliches Ausschreibungsverfahren voraus: Seit August 2002 wurde in Form eines Verhandlungsverfahrens der für die Übernahme der Bundesbetreuung am besten geeignete Anbieter herausgearbeitet. 14 Unternehmen haben an der Aufgabenstellung Interesse gezeigt, von drei Unternehmen wurden schließlich Angebote eingebracht. Nicht nur von einer ressortinternen Zuschlagskommission wurden die Angebote geprüft, sondern es wurde auch das Ergebnis eines unabhängigen Gutachters eingeholt; die Consulting AG Unternehmensberatung kam bei ihrem Prüfverfahren zu dem gleichen Schluss, wie die Fachbeamten im Innenministerium. Professionalität und Sensibilität, Qualität und soziale Standards werden vom Anbieter European Homecare am besten erbracht. Auch der von European Homecare angebotene Preis für die Leistung war ein Kriterium, das für die Auftragsentscheidung für diese Organisation ausschlaggebend war. European Homecare bietet besondere Leistungen in den Bereichen Verpflegung, Unterbringung und soziale Betreuung an: alternative Mahlzeiten, bei denen auf persönliche, wie z. B. religiöse Bedürfnisse Rücksicht genommen wird, die Ausgabe von Baby-, Kleinkind und Sonderverpflegung, die Einrichtung eines Info-Centers als multifunktionale Anlaufstelle, einer Kinderspielstube sowie von Freizeit- und Sportmöglichkeiten sind einige Verbesserungen, die mit der Übernahme der Betreuung durch European Homecare wirksam werden.

Im Jahr 2000 wurden in Österreich 18.063 Asylanträge gestellt, 2001 waren es 30.127 und im Jahr 2002 36.983. Mit der Ausgliederung der Betreuungsmaßnahmen aus dem Innenministerium und der Übertragung dieser Aufgabe in den Betreuungsstellen Bad Kreuzen, Reichenau, Traiskirchen und Thalham an European Homecare wird ein professionelles Unternehmen mit einschlägigen Erfahrungen, unter staatlicher Aufsicht, diesen bedeutenden Bereich der Flüchtlingsarbeit wahrnehmen. "Wenn wir jenen, die Hilfe brauchen, bestmöglich helfen wollen, müssen alle zusammenarbeiten: der Staat, seine Teile Bund, Länder und Gemeinden, die Kirchen und NGOs!", so Theodor Thanner abschließend.

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