AK: Mehr Schutz für Konsumenten beim Umstieg auf Digital-TV

AK will Studien über Konsumentenerwartungen und Marktentwicklung - Immerhin fast zwei Drittel der österreichischen Haushalte betroffen

Wien (AK) - Die Konsumenten brauchen beim geplanten Umstieg auf Digital-TV mehr Sicherheit, fordern die AK Konsumentenschützer. Bevor so ein teures Projekt umgesetzt wird, müssen Konsumentenerwartungen und Marktentwicklungen erhoben werden. Denn immerhin wären fast zwei Drittel der österreichischen Haushalte von dieser Umstellung betroffen, die dann die österreichischen Programme nicht mehr via Antenne mit ihrem Fernseher empfangen könnten. Sie müssten sich ein neues TV-Gerät oder ein teures Zusatzgerät kaufen. Überdies ist ungewiss, was der Digitalausbau kosten, und wie er finanziert werden soll, und ob überhaupt attraktive zusätzliche Programmangebote in Österreich realisiert werden können.

Das Privat-TV-Gesetz sieht die rasche Einführung von digitalem Fernsehen vor. Ab 2004 soll nach den Plänen des Rundfunkregulators Komm-Austria bereits in Ballungsräumen parallel analog und digital übertragen werden. Gibt es passende Empfangsgeräte zu leistbaren Preisen, soll ab 2006 die Digitalübertragung flott vorangehen. Dabei kann der anlaloge Empfang massiv eingeschränkt sein. Zwischen 2008 bis 2012 könnte der komplette Umstieg stattfinden. ORF-Programme, die jetzt analog mit Antenne empfangen werden, sollen dann digital gesendet werden. Über 60% der österreichischen Haushalte (rund 17% empfangen ORF ausschließlich über Antenne, die übrigen in Kombination mit einer Satellitenanlage) müssten sich laut Rundfunkregulator neue Geräte oder Zusatzgeräte kaufen. Denn nach dem stufenweisen Aus für die Analogausstrahlung können sie mit ihrem Fernseher die österreichischen Programme nicht mehr empfangen. TV-Geräte oder Videorecorder müssten mit Zusatzgeräten, Set-Top-Boxen, ausgestattet oder durch ein neues TV-Gerät ersetzt werden, so die AK. Für einfache Set-Top-Boxen gehen Hersteller derzeit von einem Preis von 200 Euro aus. Eine Familie mit zwei Fernsehern und einem Videorecorder müsste zumindest 600 Euro ausgeben, um das alte Sendeangebot weiter sehen zu können. Mit Digital-TV soll ein größeres TV-Angebot (ca 12 verfügbare Sendeplätze für Free-TV, Pay-TV und elektronische Zusatzdienste) und mobiler Empfang (zB im Auto) kommen. Konkrete Pläne zum Programmangebot gibt es nicht. Sollte es aber nach Ansicht der AK, denn andernfalls wird das kostspielige Vorhaben bloß Umstiegsdruck erzeugen und nicht auf die notwendige Akzeptanz der Konsumenten stoßen.

Das Vorhaben steht im Wettbewerb mit dem Ausbau des digitalen SAT-Empfangs, Kabelverbreitung und Internet. Für die AK ist klar:
Konsumenten werden, wenn neue Kosten kommen, die günstigste und qualitativ bzw quantitativ beste Versorgung wählen.

Die AK will, dass so ein großes Vorhaben erst nach Studien über die Marktentwicklung (Endgerätepreise, Art des Programmangebots) und Verbraucherakzeptanz gestartet wird. In den bisherigen Projektplänen fehlen Gesamtkostenschätzungen, aber auch Kostenangaben für den Ausbau. Diese sind offenzulegen, bevor die Finanzierung diskutiert wird. Der Regulator muss ebenso für Rahmenregeln sorgen. So muss zB Herstellern oder Handel ein Stichtag vorgegeben werden, ab dem die im Handel befindlichen TV-Geräte digitaltauglich sein müssen, verlangt die AK.

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