Chippen "für die KATZ" ? (Offener Brief an "Die Presse")

Wien (OTS) - Sehr geehrter Herr Scheidl,

die von Ihnen ironisch beleuchtete Regelung zur elektronischen Tiermarkierung ist nicht nur für die Katz´, sondern auch für Hunde und in weiterer Folge hoffentlich für alle Tiere. Was für den Außenstehenden als überflüssig erscheinen mag, hat tierschützerische, gesundheitspolitische und wirtschaftliche Gründe.

Tierschutz: Das Chippen eines Tieres garantiert die eindeutige Zuordnung eines entlaufenen, ausgesetzten oder gestohlenen Tieres zu dessen Besitzer und ermöglicht dessen Auffindung; damit würden z. B. Tierheime entlastet und Tierleid erspart werden und ein oberösterreichischer Bundesrat der ÖVP müsste dann nicht die obskure Idee verfolgen, Tiere, die länger als 1 Monat in einem Tierheim sind, mittels Giftspritze abzuschaffen.

Zur Gesundheitspolitik: Tiere können z. B. Seuchenträger sein; das Gefährdungspotential etwa der Tollwut für Menschen ist hoch und vorbeugende Maßnahmen sind daher sinnvoll. Seuchenherde könnten sofort nach Auftreten rückverfolgt und effizient bekämpft werden. Vorbeugen ist besser als Heilen und schränkt in Wahrheit die von Ihnen sarkastisch dargestellten Verdienstmöglichkeiten der Tierärzteschaft drastisch ein; macht aber nichts, denn Tierärztinnen und Tierärzte haben an der Schnittstelle von Tier, Mensch und Natur eine hohe ethische Verantwortung, die sie auch gerne gegen eigene wirtschaftliche Interessen wahrnehmen.

Zur Wirtschaftlichkeit nur einige Beispiele: Einsparungen bei der Aufbewahrung von Haustieren in Tierheimen; Reduktion des Tierschmuggels durch durchgängige Kontrollen insbesondere im Rassebereich (Hunde, Katzen, Pferde ....), Eindämmung von Fälschungsversuchen im Nutztierbereich ....

Experten zum Chippen sind z. B. in der VÖK, Vereinigung Österreichische Kleintiermediziner www.voek.at zu finden, die auch Ihnen bei Recherchen und damit zu fundierter Berichterstattung verhelfen.

Präsident VR Dr. Franz Josef Jäger
Österreichische Tierärztekammer

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