AKNÖ: Protokoll einer Abzocke!

Konsumenten, die auf der Suche nach Heimarbeit sind, zahlen wieder einmal drauf: Über 50 Euro Telefonkosten für wertlose Informationen übers Tonband.

Wien (AKNÖ) – Die Konsumentenschützer der Niederösterreichischen Arbeiterkammer (AKNÖ) wurden in den letzten Tagen von zahlreichen Konsumenten auf neue Machenschaften dubioser Geschäftemacher hingewiesen. In ihren Briefkästen fand sich eine Benachrichtigung über die Zustellung eines "Mitarbeiterpaketes" der Firma TMC. Auf der Benachrichtigung findet sich eine 0900 Nummer, über die man nähere Informationen beziehen kann. "Keiner der Konsumenten, der sich bei uns gemeldet hat, hatte ein solches Paket angefordert. Bei dieser Firma handelt es sich einmal mehr um ein deutsches Unternehmen, das mit Hilfe von teuren Mehrwertnummern versucht, österreichische Konsumenten skrupellos abzuzocken", ist Günther La Garde, AKNÖ-Konsumentenschützer empört.

Das Tonband

Die AKNÖ-Konsumentenschützer wählten die angegebene Mehrwertnummer. Was sie gehört, wie lange sie mit wertlosen Informationen vollgestopft wurden und wie viel Geld dafür draufging, zeigt dieses Protokoll einer gemeinen Abzocke.
Anruf 1:
Satte 6 Minuten wird man in der Leitung gehalten. Die Minute kostet 3,63 Euro. Am Telefon meldet sich eine Stimme mit deutschem Akzent, die darüber informiert, wo man das Paket abholen kann. 3 Lieferfirmen stehen zur Auswahl. Alleine das gibt schon zu denken! Die Lagerfrist beträgt 5 Tage. Hat man sich bis dahin nicht gemeldet, wird das Paket vor der Tür abgestellt. Dazu La Garde: "Da stellt sich mir gleich einmal die Frage, wieso man dies nicht gleich getan hat. Aber dann kriegt man die Leute ja wieder nicht ans Telefon!" Auf dem Band wird man auf eine zweite Telefonnummer hingewiesen, wo man einen neuen Liefertermin vereinbaren kann. Es versteht sich von selbst, so der Konsumentenschutzexperte, dass es sich auch hier wieder um eine kostenpflichtige Mehrwertnummer handelt. 21,78 Euro hat man inzwischen hingeblättert. Ein teurer Spaß für null Informationen.
Anruf 2:
Die AKNÖ-Profis wollten es wissen und riefen auch die zweite Servicenummer an. Aber auch hier nur eine Stimme vom Tonband und viel Musik. Der Testanrufer wurde immer wieder vertröstet. Einmal wäre die Servicenummer überlastet, dann wäre der Mitarbeiter besetzt und schließlich bekommt man einen Termin genannt. Doch diesen muss man erst bestätigen. Dafür muss man in der Leitung bleiben, ansonsten wird man neu gereiht. "Unser Anrufer wartete also geduldig, froh überhaupt so weit gekommen zu sein. Dann wurde er erneut auf die Warteschleife geschaltet und kurz darauf schaltete sich die Telefonanlage ab. 8 Minuten wurde vertröstet. 8 Minuten, die sich mit 29,04 Euro teuer auf dem Konto niederschlugen", ist La Garde entrüstet.

Staatsanwaltschaft wird eingeschalten

Abschließend sagt La Garde den Betreibern der Mehrwertnummern den Kampf an: "Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer haben es sich zur Aufgabe gemacht, diesen betrügerischen Machenschaften ein Ende zu setzen. Wir werden diese Fälle an die Staatsanwaltschaft weiterleiten!"
Konsumenten, die ebenfalls eine Zustellbenachrichtigung bekommen haben, können sich an die kostenlose Servicenummer 0800/232323-1278 wenden.

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