ARBÖ: Fasching forderte heuer schon neun Alkoholtote

Gefahr des Restalkohols ist nicht zu unterschätzen

Wien (OTS) - Der Fasching hat in Österreich bisher neun Todesopfer durch Alkoholunfälle gefordert, geht aus den Zahlen des Innenministerium hervor. Seit Faschingsbeginn (11 November 2002) bis gestern, Sonntag, sind insgesamt 224 Menschen durch Verkehrsunfälle gestorben, verglichen mit 218 Verkehrstoten im selben Zeitraum des Vorjahres. Im Vorjahr hat - die sehr kurze Faschingszeit - 22 Verkehrstote durch Alkoholunfälle gefordert. Der ARBÖ nimmt den bevorstehenden Faschinghöhepunkt zum Anlass, eindringlich vor den Folgen von Alkoholkonsum am Steuer zu warnen. "Wenn Du trinkst, dann fahre nicht und wenn Du fährst, dann trinke nicht", unterstreicht ARBÖ-Verkehrsmediziner Prof. Prim. Dr. Josef Nagler.

Viele Autofahrer unterschätzen leider die tückische Wirkung des Restalkohols. Pro Stunde kann der Körper nur 0,1 Promille abbauen, egal ob man schläft oder Sport betreibt. "Zu glauben, dass schwarzer Kaffe oder fettes Essen den Abbau von Alkohol beschleunigen, ist ein Irrtum, wenngleich ein weit verbreiteter", fügt der ARBÖ-Verkehrsmediziner hinzu.

Alkohollenker riskieren nicht nur ihr eigenes Leben, sondern setzten um ein Vielfaches das Leben und Glück unschuldiger Verkehrsteilnehmer aufs Spiel. "Die Wirkung von Alkohol, hängt von einer Vielzahl von Komponenten ab, wie Körpergewicht, Alter, Essen oder Tagesverfassung", warnt Prof. Nagler. Schon in geringen Mengen konsumiert schränkt Alkohol den Blickwinkel und die Reaktionsgeschwindigkeit ein. Durch den Tunnelblick sieht man Hindernisse zu spät und es dauert länger, bis man bremst. Experimente am Simulator der MA 48 zeigen etwa, dass sich der Anhalteweg selbst bei einer Geschwindigkeit von nur 30 km/h pro Stunde bei einem Alkoholpegel von 0,53 Promille gleich um 3 Meter verlängert.

Abgesehen von menschlichem Leid für die eigene und viele andere Familien, kommen auf Alkohollenker schwerwiegende rechtliche und finanzielle Konsequenzen zu, die im Extremfall zum Verlust des Arbeitsplatzes und zu lebenslangen Zahlungen führen können.

Im einzelnen riskieren betrunkene Autofahrer auch noch:

* Wer einen Unfall mit Personenschaden hat, wird automatisch auf Alkohol getestet. Schon Lenker mit Promille-Werten zwischen 0,1 und 0,49 gelten vor Gericht als alkoholisiert.

* Wer 0,5 bis 0,79 Promille hat, zahlt Strafen zwischen 218 und 3633 Euro. Wer zum zweiten Mal erwischt wird, dem wird der Führerschein entzogen.

* Wer 0,8 bis 1,19 Promille hat, muss sofort einen Monat lang auf den Führerschein verzichten und bekommt Strafen zwischen 581 und 3633 Euro aufgebrummt

* Wer zwischen 1,2 und 1,59 Promille aufweist, ist für mindestens drei Monate den Rosa Schein los, zahlt Strafen zwischen 872 und 4360 Euro und muss eine Nachschulung absolvieren

* Wer über 1,6 Promille intus hat oder den Alkoholtest verweigert, dem wird der Führerschein für vier Monate entzogen. Die Strafen bewegen sich zwischen 1162 und 5813 Euro. Um den Führerschein wieder zu bekommen, sind Nachschulungen und Gespräche mit Verkehrspsychologen nötig.

Strafrechtliche Verfolgung infolge Unfalls bei Personenschäden

  • Anklage (und Verurteilung) wegen Körperverletzung
  • Vorstrafe
  • Zusätzlich zu den Verwaltungsstrafen, soweit diese nicht sowieso von einer rein strafrechtlichen Verfolgung verdrängt werden (siehe Promillegrenzen ab 0,8 aufwärts - soweit kein Unfall geschehen ist), muss eine (nicht unbeträchtliche) Geldbuße bezahlt werden, wenn nicht gar eine Freiheitsstrafe (etwa bei fahrlässiger Tötung) verhängt wird.

Schadenersatzforderungen des durch einen Unfall betroffenen Opfers (Sach- und/oder Personenschäden)

  • Hat sich der Unfall im betrunkenen Zustand ereignet, gilt die Alkoholeinnahme als Obliegenheitsverletzung.
  • Der Haftpflichtversicherer bezahlt zwar die Schadenersatzsumme an das Opfer, nimmt aber Regress beim alkoholisierten Autofahrer
  • d.h:
  • die Haftpflichtversicherung kann bis zu EUR 10.900,- zurückfordern!

- treten beim Unfall aber Folgeschäden (Invalidität usw.) auf, kann sie bis zu EUR 21.800,- zurückfordern!

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