VP-Pfeiffer: Psychiatrische Versorgung in Wien hat Speck angesetzt

Auf Gesundheitspolitik wartet große Aufgaben-Reform

Wien (VP-Klub): "Offensichtlich nicht nur im Bereich der Sozial- und Gesundheitsversorgung pflegebedürftiger Menschen, der ja jetzt endlich zwischen den Ressorts Gesundheit und Soziales geordnet wird, sondern auch bei der psychiatrischen Versorgung tun sich immer mehr Lücken auf," sagte heute der Drogensprecher der Wiener ÖVP, Gemeinderat Pfeiffer, Beiratsmitglied des Psychosozialen Dienstes, anlässlich der Präsentation der Studie des ÖBIG zum Thema "Psychiatrie in Wien".****

Nicht nur gebe es einen hohen Bedarf an differenzierten und abgestuften Angeboten für psychisch Kranke, sondern es fehle auch an der Transparenz. Die Angebote müssten koordiniert weiterentwickelt werden, Schnittstellen zwischen den Einrichtungen ausgebaut und eine Flächendeckende Versorgung über alle Bezirke sichergestellt werden.

Nach der großen Psychiatriereform in Wien in den 80iger Jahren war es insbesondere der PSD (Psychosoziale Dienst), der nach dem Vorbild der Basaglia-Medizin (ein in Italien entwickeltes, extramurales Betreuungssystem für seelisch Kranke), die geschlossenen Anstalten öffnete und ein breites Angebot an psychiatrischen Dienstleistungen außerhalb von Krankenhäusern verwirklichte. Allein in der Psychiatrischen Krankenanstalt Steinhof konnten damals 4500 der 5000 Betten aufgelassen werden.

Pfeiffer: "Nun ist aber anscheinend der PSD in die Jahre gekommen. Neuer Schwung ist für die mobile Versorgung erforderlich. Es gibt zwar in Wien ein breites Angebot nicht nur spezialisierter und umfassend ausgebildeter Fachärzte, von denen aber nur rund 10% einen Kassenvertrag besitzen. Während hingegen wieder nur 10% der Allgemeinmediziner eine psychiatrische Kompetenz vorweisen können."

Dabei wäre es unbedingt erforderlich, die nachgehenden Angebote also Betreuung zu Hause, speziell im gerontopsychiatrischen Versorgungsbereich, die Sicherung von niederschwelligen Betreuungs-und Wohnangebote für Alkohol- und Drogenabhängige (Nachversorgung) und ein regionalisiertes Konzept unter Weiterentwicklung und Einbindung von schulischer- und Sozialbetreuung, um ein gutes aber kostengünstiges Angebot zu errichten.

Pfeiffer: "Alles das sind große Aufgaben für die Wiener Gesundheitspolitik, die sich nicht in stadträtlicher Selbstbeweihräucherung werden lösen lassen. Die Wiener Volkspartei setzt sich im Bereich der Psychiatrie für einen breitgestreuten, niederschwelligen, allen zugänglichen und menschlichen Umgang mit seelisch Kranken ein".(schluss)

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