Eurostat: Österreich bei beruflicher Weiterbildung weit abgeschlagen - Unter EU-Staaten nur Griechenland noch schlechter

Linz (OTS) - Österreichs Arbeitnehmer dürfen auf 1000 Arbeitsstunden nur fünf zur beruflichen Weiterbildung verwenden. In Dänemark sind es 14 Stunden. Das hat Eurostat erhoben. Damit liegt unser Land hinter den meisten anderen in Europa. AK-Präsident Hubert Wipplinger fordert längst überfällige Maßnahmen zur Bildungsförderung.

Die Chance eines österreichischen Arbeitnehmers, überhaupt an einer betrieblichen Weiterbildung teilzunehmen, beträgt bloß 35 Prozent. Eine geringere Chance haben im derzeitigen EU-Raum nur noch griechische Arbeitnehmer. Absoluter Spitzenreiter ist Dänemark, wo auf 1000 Arbeitsstunden 14 Bildungsstunden kommen. Finnland, Schweden, Dänemark und die Niederlande weisen ähnlich hohe Werte auf. Doch auch in Belgien, Luxemburg, Spanien und Tschechien räumen die Unternehmen ihren Mitarbeitern mehr Zeit für Weiterbildung ein als in Österreich.

"Das ist eine fahrlässige Schädigung der österreichischen Arbeitnehmer und der österreichischen Wettbewerbsfähigkeit!" kritisiert AK-Präsident Hubert Wipplinger. Er verlangt von der Regierung ein Maßnahmenpaket: "Am wichtigsten ist ein gesetzlicher Anspruch aller Arbeitnehmer auf mindestens eine Berufsbildungswoche pro Jahr!" Für ältere Arbeitnehmer, Frauen, Arbeiter und "einfache" Angestellte müssten spezielle Weiterbildungsangebote entwickelt werden. Auch auf Bildungskarenz solle künftig ein Rechtsanspruch bestehen, das Bildungskarenzgeld deutlich angehoben werden.

"Außerdem muss jeder Arbeitnehmer Zugang zu hochwertiger und kostenloser Bildungsberatung erhalten!", betont Wipplinger. "Die AK ist hier durch die Ausweitung ihrer Bildungsberatung auf alle oö. Bezirke mit gutem Beispiel vorangegangen. Und schließlich fordern wir die Regierung auf, 70 Millionen Euro in die Weiterbildung der Arbeitnehmer und damit in den Standort Österreich zu investieren. Zuletzt hat die Regierung die Weiterbildungsmittel um 15 Prozent gekürzt."

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