"Neues Volksblatt" Kommentar: "Störenfriede" (Von Michaela Ecklbauer)

Ausgabe vom 24. Februar 2003

Linz (OTS) - Ungewöhnlich lang hielt sich der Kärntner Störenfried Jörg Haider mit öffentlichen Aussagen zum Thema Koalitionsbildung zurück. Gab er sich Freitagmitternacht in der ZiB3 noch betont handzahm, legte er in einem Interview für die Sontags-Ausgabe der "Kleinen Zeitung" ein gehöriges Schäuferl nach. Kanzler Wolfgang Schüssel würde für die "Demütigungen bitter zahlen müssen", auch seinen Ex-Parteifreund Karl-Heinz Grasser, mit dem er Freitag noch "keine Probleme" hatte, schimpfte er einen "moralischen Flachwurzler" – was immer das auch sein mag.
Zu behaupten, dass mit den neuen Angriffen von Haider die Instabilität von Schwarz-Blau bereits wieder vorprogrammiert sei, wäre zu billig. Es liegt an FPÖ-Chef Herbert Haupt, den Kärntner in Schranken zu halten. Mit der Stabilität der beiden anderen potenziellen Koalitionspartner sieht es zudem nicht besser aus. Was soll man von einer Grün-Partei halten, die ihren Chef Alexander Van der Bellen in Wildwest-Manier zur Fahndung ausschreibt, nur weil er sich ernsthaft bemüht Regierungsverantwortung zu übernehmen? Oder von einer SPÖ, deren schärfster Regierungskritiker mit Erich Haider in Oberösterreich sitzt? Er wollte nicht einmal Sondierungsgespräche führen, um später Schüssel "Machtspielerei" vorzuwerfen.

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