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Vom Rauch in Bergwerk eingeschlossene Personen gerettet Einsatzübung des Lungauer Katastrophenschutzdienstes im Schaubergwerk Ramingstein

Salzburg (OTS) - Die Bergung von insgesamt 22 Personen, die wegen verrauchter Stollen das Schaubergwerk Ramingstein nicht mehr selbstständig verlassen können, ist das Ziel einer Einsatzübung des Katastrophenhilfsdienstes des politischen Bezirkes Tamsweg, die heute, Samstag, 22. Februar, auf Anordnung von Bezirkshauptmann Dr. Robert Kissela stattfindet. Geübt wird im Detail auch die Alarmierung der Einsatzkräfte und Behörden, Festlegung der Einsatzräume für die an- und abrückenden Einsatzkräfte, die Einrichtung einer gemeinsamen Einsatzleitung, die Zusammenarbeit zwischen Behörde, Einsatzkräften und Bergwerksleitung, die Belüftung des Stollensystems, die Bergung von Verletzten im Bergwerk und das geordnete Herausführen der unverletzten Personen aus dem Bergwerk, die Versorgung der Verletzten und die psychologische Betreuung aller Beteiligten sowie schließlich die Aufnahme der Personalien und die Verständigung der Angehörigen durch Gendarmerie und Rotes Kreuz. An der Übung nehmen inklusive Verletztendarsteller/innen rund 100 Personen teil, darunter etwa 30 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren Ramingstein, Tamsweg und Predlitz, 15 Bergretter aus Ramingstein und Tamsweg, zehn Mitglieder der Höhlenrettung aus dem Lungau und Salzburg, rund 20 Rot-Kreuz-Mitarbeiter der Abteilung I und des Kat-Zuges des Roten Kreuzes, eine Patrouille der Gendarmerie mit zwei Beamten sowie drei Bedienstete der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg.

Ausgelöst wurde das "Unglück", so die Übungsannahme, von einem Bauern, der unterhalb des Mundloches des Berghauptmann-Hoffnungsstollens Erlenäste verbrannt hat. Durch plötzlich aufkommende Windböen ist das Feuer außer Kontrolle geraten, wodurch sich die Flammen auf eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern ausbreiteten. Löschversuche des Bauern blieben erfolglos. Der Rauch zog bergwärts und infolge der natürlichen Bewetterung des Schaubergwerkes Ramingstein in das Stollensystem, in dem sich zu diesem Zeitpunkt zwei Gruppen mit jeweils zehn Personen und je einem Bergwerksführer befinden. Einer der Bergwerksführer hat sich mit seiner Gruppe in eine nicht für den Schaubetrieb verwendete Strecke zurückgezogen, um die Personen vor einer drohenden Rauchgasvergiftung zu schützen. Die zweite Gruppe befindet sich im Bereich der so genannten großen Zeche. Deren Führer hat die Gruppe verlassen, um von der Anfahrtsstube aus mit einem Handy Rettungskräfte zu alarmieren.

Die ersten eintreffenden Feuerwehrkräfte versuchen, mit Atemschutzgeräten zu den eingeschlossenen vorzudringen, bzw. beginnen damit, den Flächenbrand unterhalb des Bergwerkes zu löschen. Auf Grund des Ausmaßes der Gefährdung werden weitere Einsatzkräfte angefordert, darunter der Kat-Zug des Roten Kreuzes zum Aufbau eines Sanitätszeltes sowie die Bergrettung und die Höhlenrettung. Zur Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Ramingstein werden die Freiwilligen Feuerwehren Predlitz und Tamsweg alarmiert.
In der Zwischenzeit ist der erste Erkundungstrupp auf die erste Gruppe im Bereich der großen Zeche gestoßen, die sich in einer rauchfreien Zone befindet, so dass keine unmittelbare Vergiftungsgefahr besteht. Drei Personen zeigen jedoch Symptome einer leichten Rauchgasvergiftung. Diese werden entsprechend versorgt. Nach weiteren zehn Minuten erreichen die Rettungskräfte auch die zweite Gruppe, in der zwei Personen verletzt sind und vier weitere Rauchgasvergiftungssymptome zeigen.

Nachdem auch der Flächenbrand gelöscht wurde, beginnt die Freiwillige Feuerwehr Ramingstein mit der Belüftung des Stollensystems. Nach der Meldung "Stollensystem rauchfrei" übernimmt der Ortsstellenleiter der Bergrettung die Koordination des Einsatzes der Rettungs- und Suchmannschaften. Unter Führung des zwischenzeitlich eingetroffenen Betriebsleiters des Schaubergwerkes steigen die Mannschaften in das Bergwerk ein, um die Verletzten zu bergen und die Unverletzten sicher ins Freie zu führen. Dort werden alle Personen vom Roten Kreuz zur Erstversorgung übernommen und die Verletzten im Sanitätszelt medizinisch betreut. Weiters werden von Gendarmeriebeamten und Rot-Kreuz-Mitarbeitern die Personalien der Geretteten aufgenommen. Die Verletzten werden dann mit bereitstehenden Krankenwagen in die umliegenden Krankenhäuser gebracht und die unverletzten Personen in der Zeugstätte Ramingstein psychologisch betreut, so dass der Einsatz nach rund drei Stunden erfolgreich beendet ist.

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