Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: "Danke, Wolfgang!" (von Claudia Grabner)

Ausgabe, 22.02.2003

Klagenfurt (OTS) - Die vordergründige Frage, warum Kanzler Schüssel ob der Bankrotterklärung der schwarz-blauen Regierung Österreich in Neuwahlen geschickt hat, sei hier großzügig ignoriert. Eh schon egal. Hunderte Millionen sind bereits verschleudert; im September des Vorjahres zurückgetretene Minister noch immer im Amt; sechs Monate lang unsere Republik in Dauerlähmung. C'est la vie. Danke, Wolfgang!

Danke sehr, vielmals, sagt der Kanzler bei der Wählerschaft. Sie hat den Helden, der dem qäulenden Elend ein Ende setzte, am 24. November in den Stimmenolymp gehoben. Um jetzt baffernüchtert mitzuerleben, dass Schüssel das Ende zum Anfang macht. Sei's drum. Österreich hat das Dulden gelernt. Ebenso, wie es gelernt hat, den Sparkurs á la VP-FP huldvoll zu finanzieren.

Es sollte jetzt ein leichtes Spiel sein, Österreich ein neues Rotstift-Modell aufzubürden. Immerhin hat Schüssel während des Verhandlungsmarathons die Worte Reform, nötige Einschnitte, Mut derart strapaziert, dass die Wähler nach neuer Belastung ebenso lechzen sollten wie nach einer stabilen Regierung. Womit wir just da wären, wo wir trotz allem zu akzeptieren haben: Schüssel ist ein genialer Taktierer. Selbstbewusst bis zur Unerträglichkeit diktiert er seinem Wählervolk, dass die kopflose Rest-FPÖ der stabilere Partner sei als eine in sich geschlossene, verlässliche SPÖ...

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