ARA-Vorstand Stiglitz zum Dosenpfand: "Ein Pfandsystem ist nicht erforderlich: Die Dosensammlung funktioniert schon"

Wien (OTS) - "Seit 1993 haben die Österreicher bereits das bequemste Dosensammelsystem - die Sammlung über das ARA System. Und das nicht nur für Getränkedosen, sondern für alle Metallverpackungen. Denn worin liegt der Unterschied für die Umwelt, ob eine Dose zuerst Katzenfutter oder Erdäpfelgulasch enthalten hat oder Bier und Limonade? Dose bleibt Dose", so Dkfm. Stiglitz, Vorstand der ARA Altstoff Recycling Austria AG.

Landesweit gibt es in Österreich nämlich über 50.000 Sammelbehälter für Metallverpackungen - über 6.000 davon in Wien -und diese werden von Herr und Frau Österreicher seit vielen Jahren vorbildlich benutzt. Immerhin sammeln wir alle bereits jetzt jährlich über 35.000 t Metallverpackungen, die vollständig recycliert werden!

"Ein Pfandsystem bringt da nur Komplikationen: Würde man nämlich ein Pfand auf eine Getränkedose einheben, müsste der Konsument diese ins Geschäft zurücktragen, damit er sein Geld bekäme. Den bequemen Weg zum Dosen-Sammelbehälter an der Ecke gäbe es dann nicht mehr. Solch ein System würde also nur mehr Zeit und Geld für den Konsumenten und den Einzelhändler kosten, ohne Nutzen für die Umwelt."

"Sicher sind Pfandsysteme in solchen Ländern gerechtfertigt, wo es keine funktionierenden Sammelsysteme gibt", erklärt Dkfm. Stiglitz, "in Österreich haben wir aber unsere Sammelbehälter und die vorbildliche Trennmoral der Österreicher und können uns die Mehrbelastung dadurch ersparen."

"Von Erfolg auf der ganzen Linie beim deutschen Pfand zu sprechen ist mehr als verfrüht", meint Stiglitz. "Bis jetzt hat es genau die Geld- und Zeitbelastungen für Konsumenten und Handel gebracht, die vorhergesagt wurden. Außerdem werden zuwenig Dosen zurückgebracht, das Pfandgeld geht verloren."

Auch Jubelmeldungen über eine mögliche Steigerung des Mehrweganteils sind noch nicht angebracht. Tatsächliche Trends werden erst in einigen Wochen und Monaten erkennbar sein. Laut Experten ist der bejubelte Anstieg der Mehrwegquote, kurz nach Einführung des Pfandes, möglicherweise nur ein vorübergehendes Phänomen, solange, bis es ein bundesweit einheitliches Pfandrücknahmesystem gibt. Ab diesem Zeitpunkt kann es nämlich sein, dass Mehrwegsysteme zusehends durch die billigeren Einwegsysteme abgelöst werden. Das wäre dann genau das Gegenteil von dem was der deutsche Minister Trittin durch die umstrittene Einführung des Zwangspfands erreichen wollte.

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Dkfm. Christian Stiglitz
Vorstand der ARA AG
Tel.: 01/599 97-201

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