Arbeitstagung des Wiener SPÖ-Gemeinderatsklubs - Expertenrunde: "Gesundheitswesen an demografische Entwicklung anpassen!"

Experten diskutierten zum Schwerpunktthema "Wien - Spitzenmedizin und Soziale Verantwortung"

Rust (SPW-K) - Eine Expertendiskussion zum Schwerpunktthema "Wien
- Spitzenmedizin und Soziale Verantwortung" fand heute im Rahmen der Arbeitstagung des Wiener SPÖ-Gemeinderatsklubs im burgenländischen Rust statt: Univ.-Prof. Dr. Karl Pfeiffer vom Institut für Biostatistik der Universität Innsbruck sprach sich dabei für eine verstärkte Vernetzung von Leistungsanbietern sowie eine patientenbezogene statt einer anbieterbezogenen Dokumentation von Daten aus. Die Aufgabe der Politik sei die Vergabe von Qualitätsstandards und die Qualitätskontrolle. Selbstbehalte im Gesundheitswesen bezeichnete der Experte als "Hürden im Gesundheitswesen", die Patienten davon abhalten würden, rechtzeitig zum Arzt zu gehen. ****

Dr. Michaela Moritz vom Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) widmete sich unter anderem der demografischen Entwicklung Wiens: Der Anteil der älteren und hochbetagten Menschen in der Stadt werde zwar steigen, man könne aber nicht von einer "explosiven Entwicklung" sprechen. Für die Zukunft des Gesundheitswesens im Wiener Raum sei unter anderem eine verbindliche Planung für die Ostregion, die Schaffung einer integrativen Gesundheitsplanung sowie die Anpassung der Angebotsstruktur an die demografische Entwicklung wichtig.

Der Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, Franz Bittner, widmete sich in seinem Beitrag dem Thema "Prävention": Insgesamt könne Wien stolz auf die Leistungen für die WienerInnen im Gesundheitsbereich sein und habe gemeinsam mit der Wiener Gebietskrankenkasse einige wichtige Präventionsprojekte durchgeführt. Bittner sprach sich für eine "Institutionalisierung dieser Gesundheitspartnerschaft" aus.

Prof. med. Friedrich Wilhelm Schwartz von der Universität Hannover, der von 1999 bis 2002 auch als Vorsitzender des Sachverständigenrates der Konzertierten Aktion im
Gesundheitswesen in Deutschland fungierte, berichtete über die Problembereiche im deutschen Gesundheitswesen und die verschiedenen Lösungsansätze. Diskutiert werde unter anderem über eine Reduktion der Arzneimittelausgaben, verbindliche Behandlungsleitlinien für bestimmte Krankheiten, gezielte Verträge für Ärzte, die Qualitätsstandards beinhalten, Bonusangebote und die Schaffung der Möglichkeit einer ambulanten Spitalsbehandlung für bestimmte Zielgruppen. (Schluss)

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