Baustelle Unfallrenten

Wien (OTS) - Eine kleine Aktionsgruppe aus Linz nutzte den Info-Truck des "Marsches durch Europa" im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen 2003, und protestierte die Besteuerung der Unfallrenten zu protestieren. "Die bestehenden Reglungen sind ebenso eine Baustelle wie das neue Unfallkrankenhaus in Linz", fordert Rosalia Hasibether, Sprecherin der Aktionsgruppe. Die Gruppe fordert ÖVP und FPÖ auf, die Abschaffung der Steuer in die Koalitionsvereinbarung aufzunehmen.

Rosalia Hasibether hat als 15jährige auf dem Schulweg beide Beine verloren. Sie hat durch die Besteuerung der Unfallrenten 40 Euro pro Monat weniger zur Verfügung, ein Einspruch gegen eine Nachzahlung zur Arbeitnehmerveranlagung in der Höhe von 2.700 Euro läuft derzeit. "Ich habe drei halbwüchsige Kinder. Trotzdem muss ich jetzt wieder 40 Stunden arbeiten, um den Verlust auszugleichen."

Das Leben mit Beinprothesen ist teuer. Jede Hose ist innerhalb kürzester Zeit durchgescheuert, Socken halten maximal drei Mal tragen durch. Öffentliche Verkehrsmittel sind unbenutzbar, Automatik-getriebene Autos sind kostspielig. Die Wohnung muss ein wenig größer sein, damit man sich mit einem Rollstuhl ungehindert bewegen kann.

Gerald Hohensinn ist der jüngste Aktivist der Gruppe. Der ehemalige LKW-Fahrer hatte im Jahr 1996 im Alter von 24 Jahren einen schweren Unfall. Die Folgen: das linke Bein amputiert, am rechten Bein ein steifes Knie und einen Spitzfuß, Schädel-Hirn-Trauma und eine Reihe weiterer Verletzungen. Noch während des langen Spital- und Rehabilitations-Aufenthaltes war klar, dass er seine Wohnung nicht mehr wird benützen können, er brauchte dringend ein barrierefreies Zuhause. "Ich habe plötzlich um 320 Euro monatlich weniger. Ich weiß kaum mehr, wie ich die Kreditraten bezahlen soll."

Die Aktionsgruppe erinnert ÖVP und FPÖ an ihre Wahlversprechen:
Die Unfallrentensteuer muss abgeschafft werden. "Das darf aber nicht so lange dauern, wie aus einer Baugrube ein gesamtes neues Unfallspital entsteht!" Die Abschaffung der Steuer muss ebenso wie ein umfassendes Gleichstellungsgesetz für Menschen mit Behinderungen im Koalitionsübereinkommen verankert und noch im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen 2003 umgesetzt werden.

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