Föhrenbergkreis: Network Economy ist Wirtschaftsordnung der Zukunft

Donnerstag Abend präsentierte der Föhrenbergkreis, eine Denker-Runde aus hochrangigen Unternehmern, Politikern und Künstlern, seinen Entwurf einer "neuen Wirtschaftsordnung". Abt Maximilian Fürnsinn, Vorsitzender der niederösterreichischen Äbtekonferenz, war zur Reflexion eingeladen.

Die Konzepte des Föhrenbergkreises basieren auf der Analyse, dass die bekannten Wirtschaftsmodelle entweder "in die Jahre gekommen" sind oder "sich selbst ad absurdum geführt haben". Es handle sich um ein typisch europäisches Phänomen, dass es gelte, stets mit einem Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Gesellschaft umzugehen. Das sei ein Problem des Wohlfahrtsstaates - trotz der hohen Staatsquoten sei der Staat nicht mehr in der Lage, die an ihn delegierten Aufgaben wahrzunehmen.

Der Lösungsansatz des Föhrenbergkreises sieht eine "Network Economy" vor. Es gelte, der bereits laufenden Auflösung der Angebots-/Nachfragelogik Rechnung zu tragen, und das Wirtschaftssystem als Netzwerk zu begreifen, innerhalb dessen Zivilgesellschaft, Unternehmen, NGOs und in Zukunft auch der Staat "Netzknoten" sein sollten. Der Staat habe sich vom "Hub" innerhalb dieses Netzwerks zum - gleichberechtigten - "Netzknoten" zu entwickeln. Die enge Vernetzung zwischen den Markt der Konsumgüter und anderen gesellschaftlichen Kräften ermögliche die nachhaltige Implementierung - notwendiger -ethischer Grundsätze ins Wirtschaftsleben. Der Markt sei kein Wert an sich und dürfe nicht sich selbst überlassen werden: er könne für Effizienz sorgen, für Effektivität, die für langfristiges Überleben notwendig sei, müsse aber die Politik sorgen. "Die Politik soll den Stellenwert eines Leuchtturms haben, der Orientierung bietet", so Universitätsprofessor Schleicher vom Föhrenbergkreis.

In die selbe Kerbe schlägt der Chef der niederösterreichischen Äbtekonferenz Propst Maximilian Fürnsinn, der von der Politik verlangt, "endlich wieder Utopien zu entwickeln, nicht nur ‚gute Ideen'". Derzeit laufe der Gesetzgeber der Gesellschaft "ununterbrochen" nach. Der Markt sei - so konstatiert Fürnsinn -leider zu einem "Wert an sich" geworden. Das sei in einer "Wunsch-und Angebotsmentalität" begründet. Die Gesellschaft hätte neue Kulturen der (Einhaltung von) "Grenzen", des "Teilens" und der "Ehrfurcht" zu entwickeln. Aus eigener Erfahrung kann der Kirchenmann der Idee des Netzwerks Positives abgewinnen - praktiziere doch die Kirche den Netzwerk-Gedanken seit geraumer Zeit, so Fürnsinn.

Die Konzepte des Föhrenbergkreises wurden von Helmut F. Karner (ehem. Generaldirektor Olivetti, heute Unternehmensberater), Christoph A. Achhammer (Eigentümer und Geschäftsführender Gesellschafter des größten heimischen Architektur- und Planungsbüros), Christoph Baubin (Generaldirektor Austro Control) und Stefan Schleicher (Universitätsprofessor Volkswirtschaft) präsentiert. Moderiert wurde die Veranstaltung von Hans Winkler, stv. Chefredakteur der ‚Kleinen Zeitung'.

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