Flemming: Erneut junge Mutter in Nigeria vor Steinigung

ÖVP-Europaparlamentarierin ruft zu offenem Protest auf

Brüssel/Wien, 21. Februar 2003 (ÖVP-PK) "In Nigeria droht erneut eine junge Frau und Mutter zu Tode gesteinigt zu werden, weil sie ihr Kind erst nach Scheidung von ihrem Ehemann zur Welt gebracht hatte. Das gilt nach nigerianischer Interpretation des islamischen Rechts, der Scharia, als 'Ehebruch'. Ich habe mich in einem offenen Brief mit einer Bitte an die islamischen Glaubensgemeinschaften in Belgien, Frankreich und Österreich gewandt, um diese inhumane und grausame Todesstrafe noch aufzuheben", sagte heute, Freitag, die österreichische Europaparlamentarierin Dr. Marilies Flemming. ****

Am 22. März 2002 wurde Amina Lawal Kurami zum Tod durch Steinigung verurteilt. Verurteilungsgrund war das Kind, welches Frau Kurami nach ihrer Scheidung von ihrem Ehemann gebar. Amina Lawal Kurami hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt, am 25. März 2003 wird das Islamische oberste Berufungsgericht von Katsina über ihr endgültiges Schicksal entscheiden. Flemming sandte auch ein dringendes Schreiben an den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Pat Cox, die österreichische Außenministerin Benita Ferrero-Waldner, den nigerianischen Botschafter in Österreich sowie alle österreichischen Europaparlamentarier.

"Es besteht dringender Handlungsbedarf. Im letzten Jahr konnte ein ähnlich begründetes Todesurteil durch den Druck der internationalen Gemeinschaft und vor allem auch des Europäischen Parlaments aufgehoben werden. Es muss uns auch dieses Mal gelingen, das Leben der Mutter zu retten und vor allem auch das unschuldige Kind vor einem Schicksal als Waise zu bewahren", so Flemming in ihrem Schreiben.

Flemming forderte zu einem geschlossenen und gemeinsamen Vorgehen auf, um bei den zuständigen Behörden Nigerias eine Aufhebung des Todesurteils zu erreichen. "Je mehr Menschen sich für eine Aufhebung dieses Schandurteils einsetzen, desto besser stehen die Chancen des kleinen Kindes auf eine gemeinsame Zukunft mit seiner jungen Mutter", betonte Flemming. Das Büro der Abgeordneten steht für weitere Informationen unter mflemming@europarl.eu.int bzw. telephonisch unter +32-2-284-7775 zur Verfügung. Begnadigungsgesuche können auch an die Nigerianische Botschaft in 1030 Wien, Rennweg 25, oder per Email an die nigerianische Regierung (public@nopa.gov.ng) gerichtet werden.

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MEP Dr. Marilies Flemming, Tel.: 0032-2-284-5775
(mflemming@europarl.eu.int) oder Mag. Philipp M. Schulmeister, EVP-ED
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