Grüne/Jerusalem: Psychisch krank und obdachlos

Problematik der Obdachlosigkeit wächst, Stadt Wien versagt

Grüne (Wien) - Anlässlich des heute stattfindenden Cafe Politik der Wiener Grünen zum Thema "Obdachlos in Wien" stellt Gemeinderätin Susanne Jerusalem fest, dass in Wien laut Sozialamt etwa 500 Menschen tatsächlich auf der Straße leben, laut ExpertInnen sind es rund 1000. Sie würden in Kellern, in Abbruchhäusern, Wagons, aber auch in Erdhöhlen und in Zelten schlafen. Manche versuchten auch ihr Glück in öffentlichen Toiletten und Telefonzellen. Immer mehr obdachlose Menschen würden den Eindruck erwecken "psychisch krank" zu sein, Gemeinderätin Susanne Jerusalem meint dazu: "Das Problem wächst, aber die Stadt tut nichts." Jerusalem fordert die Stadt dringend auf endlich Maßnahmen zu beschließen, "denn von selbst würde sich dieses Problem nicht in Luft auflösen." Man könne nicht eine Psychiatriereform beschließen und darauf hoffen, "dass sich die kranken Menschen schon irgendwie selbst helfen würden", so Jerusalem. Es sei unerhört mit welcher Ignoranz Politik und Behörden wegschauen. Gemeinderätin Susanne Jerusalem: "Das ist unterlassene Hilfeleistung, immerhin legt das Wiener Sozialhilfegesetz fest, was zu tun ist, dieses Gesetz wird gebrochen."

Immer wieder würden Fachleute die zuständigen Stellen darauf hinweisen, dass es trotz einiger Bemühungen in den letzten Jahren immer noch eine eklatante Unterversorgung im Bereich Obdachlosigkeit gäbe. So sei im vergangenen Jahr eins von zwei Tageszentren der Stadt Wien ersatzlos zugesperrt worden, das einzige verbleibende in der U-Bahnhaltestelle Josefstädterstraße habe Öffnungszeiten, die sich an der Bürokratie orientierten und nicht an Bedürfnissen der NutzerInnen. Auch bei Minusgraden sei spätestens um 16h Schluss. Gemeinderätin Susanne Jerusalem: "Am Wochenende bleibt das Tageszentrum Josefstädterstraße überhaupt zu, das Sparprogramm der Stadt macht auch vor den Ärmsten nicht Halt!"

Gemeinderätin Susanne Jerusalem weist darauf hin, dass Wien dringend mehr betreute Wohnplätze in normalen Wohnungen bräuchte sowie ein Wohnhaus, das jederzeit und unbürokratisch aufgesucht werden kann, auch von jenen Obdachlosen, die von anderen sozialen Einrichtungen als zu schwierig, zu unangepasst oder nicht zurechnungsfähig bezeichnet würden. Sofortmaßnahmen für "psychisch kranke" Obdachlose müssten augenblicklich stattfinden. Gemeinderätin Jerusalem wertet die Tatsache, dass die Stadt Wien in ihren Einrichtungen Menschen, die an Aids erkrankt sind nicht aufnehmen würden, als Zeichen besonderer sozialer Grausamkeit. Diesbezüglich erwarte sie umgehend eine menschenwürdige Problemlösung.

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