"profil": Haider will im Irak-Konflikt vermitteln

Kärntner LH will mit irakischer Führung bereits über Lösungsvorschlag gesprochen haben - heftige innenpolitische Attacken auf "machtbessene" ÖVP

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kündigt Kärntns Landeshauptmann Jörg Haider an, sich im schwelenden Irak-Konflikt als Vermittler betätigen zu wollen. Haider in "profil": "Ich kann mir vorstellen, über konkrete Lösungen zu verhandeln und Informationen zu transportieren."

Nach eigenen Angaben hat der frühere FPÖ-Obmann mit der irakischen Führung bereits über einen konkreten Vorschlag gesprochen. Haider:
"Man muss den Amerikanern ein stärkeres Verfügungsrecht über irakisches Öl geben. Das ist die Lösung. Zusätzlich könnten die Vereinten Nationen mit Sicherheitskräften einiges ausrichten." Haider meint, dass sich auch der Irak ein solches Szenario "vorstellen" könne und bereit sei, über die Verfügbarkeit seiner Ölreserven sowie eine UN-Präsenz zu verhandeln.

Der Kärntner Landeshauptmann bestätigt gegenüber "profil", dass er an einem Buch über den Irak und Diktator Saddam Hussein schreibt. Letzteren charakterisiert Haider als "älteren Herrn, der einsehen muss, dass seine Bäume nicht in den Himmel wachsen". Demgegenüber attackiert er US-Präsident George Bush heftig und bezeichnet ihn als "wild gewordenen Texaner, der glaubt, sich an überhaupt nichts mehr halten zu müssen". Die Vereinigten Staaten bezichtigt Haider einer "Wiederbelebung des Kolonialismus" und meint, die USA müssten sich "entscheiden, ob sie sich den Vereinten Nationen verpflichtet fühlen oder den Weltsheriff spielen wollen„.

Die österreichische Bundesregierung, insbesondere Kanzler Wolfgang Schüssel und Außenministerin Benita Ferrero-Waldner, kritisiert der ehemalige FPÖ-Obmann wegen deren Zurückhaltung in der Irak-Frage. Haider: "Das ist die typische Feigheit der österreichischen Außenpolitik."

Auch innenpolitisch übt der Kärntner Landeshauptmann heftige Kritik an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und der ÖVP. Haider, der eine neuerliche Regierungsbeteiligung der FPÖ für "unrealistisch" hält, fühlt sich "von den handelnden Personen dermaßen enttäuscht und getäuscht", dass er mit ihnen "nichts mehr zu tun haben möchte". Haider zu "profil": "Diese Personen, inklusive des Herrn Schüssel, sind aus meinem Gedächtnis gestrichen." Die ÖVP bezeichnet der Kärntner Landeshauptmann als "machtbesessen".

Eine Rückkehr in die Bundespolitik schließt Haider für sich selbst ebenso aus wie ein Antreten bei der nächsten Wahl des EU-Parlaments.

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