Wiener Stadtregierung stellt Weichen für die Zukunft (2)

Rieder: Wien erzielte 2002 Maastricht-Überschuss von 340 Mio. Euro

Wien (OTS) - "Wiens Maastricht-Überschuss in Höhe von 340 Mio. Euro, die Neuordnung der städtischen Unternehmen, der Arbeitsmarkt sowie Maßnahmen zur Internationalisierung der Wiener Unternehmen und die Stärkung neuer Wirtschaftsfelder, wie der Creative Industries, zählten zu den Schwerpunktthemen der Wiener Regierungsklausur in Wildalpen", erklärte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Dr. Sepp Rieder am Freitag gegenüber der Rathauskorrespondenz.

Laut dem provisorischen Rechnungsabschluss für das Jahr 2002 erzielte Wien einen Maastricht-Überschuss von 340 Mio. Euro, was deutlich über dem Maastricht-Soll von 336 Mio. Euro lag. Im Gegensatz dazu wird für Österreich ein gesamtstaatliches Defizit über dem Maastricht-Limit erwartet. Als Gründe dafür nannte Rieder die negative Entwicklung der Lohnsummen aufgrund der gestiegenen Arbeitslosigkeit sowie das Vorziehen von Steuereinnahmen im Jahr 2001 zur Erlangung eines "virtuellen Nulldefizits".

Trotz des erzielten Maastricht-Überschusses war es Wien im Jahr 2002 möglich, 145 Mio. Euro zur Schuldentilgung zu reservieren. Aufgrund des derzeit ungünstigen Frankenkurses werden diese Mittel in einer Rücklage "geparkt". Wien hat damit weiterhin die geringste Pro-Kopf-Verschuldung aller Bundesländer. Generell wurde das Schuldenmanagement Wiens vom Rechnungshof ausdrücklich gelobt.

Wien bewies auch 2002, dass Sparen und eine aktive Investitions-und Wirtschaftspolitik kein Gegensatz sind. So investierte die Stadt 1,351 Mrd. Euro, um 7,7 Prozent mehr als 2001. Die so genannten nachfragewirksamen Investitionen beliefen sich auf 3,36 Mrd. Euro, um 4,8 Prozent mehr als 2001. Zusätzlich investierten die städtischen Unternehmen 978 Mio. Euro. 2003 werden diese Unternehmen sogar 1,14 Mrd. Euro investieren.

Erneut forderte Rieder eine bessere Zusammenarbeit über die Bundesländergrenzen hinweg in Sachen Arbeitsmarktpolitik. Wien biete bei 20 Prozent Bevölkerungsanteil 25 Prozent der österreichischen Arbeitsplätze, 15 Prozent der Wiener arbeiten im Wiener Umland, jedoch 20 Prozent der Wiener Arbeitsplätze stehen Nicht-Wienern zur Verfügung. Diese Fakten belegen, dass der Wiener Arbeitsmarkt der offenste und leistungsfähigste Österreichs ist, gleichzeitig aber auch der empfindlichste. Deshalb müsse die Zusammenarbeit in Sachen Arbeitsmarkt auf die gesamte Vienna Region, sowohl organisatorisch als auch inhaltlich, ausgedehnt werden.

Schwerpunkte Internationalisierung der Wirtschaft und neue Stärkefelder

Die Ausrichtung der Wiener Wirtschaft auf MOEL hatte zur Folge, dass das Wirtschaftswachstum in Wien im Jahr 2002 um das Doppelte des Österreichschnitts stieg. Trotzdem müssen die Bemühungen zur Internationalisierung der Wiener Wirtschaft gesteigert werden, so Rieder.

Dazu bedürfe es auch der intensivierten Förderung neuer Stärkefelder, wie etwa der Creative Industries.

Neuordnung der städtischen Unternehmen

Im Zentrum der Neuordnung der städtischen Unternehmen stehen der WWFF und die Wiener Holding. Die Wiener Holding wird in Zukunft noch mehr Zentrum der wirtschaftlichen Aktivitäten der Stadt werden. Unternehmen, wie die Telekabel Wien oder die Gesiba, werden hier künftig beheimatet sein. Strategisch noch größere Bedeutung wird der Wiener Hafen erlangen, indem künftig auch eine Donauraum-Entwicklungsgesellschaft integriert werden wird. Ebenfalls in der Wiener Holding organisiert werden wird eine zentrale städtische Immobilien-Besitz- und
-Entwicklungsgesellschaft sowie eine Stadtentwicklungsgesellschaft, in der nach Fertigstellung der Messe Wien Neu unter anderem die Messe-Besitzgesellschaft und andere Stadtentwicklungsgesellschaften zusammengeführt werden sollen.

Im Bereich des WWFF wird, so Rieder, künftig der Kontakt mit der Industriellenvereinigung weiter verstärkt werden. Darüber hinaus wird der klassische Förderbereich eine eigene Sparte des WWFF darstellen. Weiters sollen die Agenden des bestehenden Zentrums für Innovation und Technologie (ZIT) ausgeweitet werden und eine eigene Gesellschaft zur Entwicklung der Creative Industries gegründet werden. (Schluss) nk

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