Wlodkowski kritisiert WTO-Agrarvorschläge massiv

US-Landwirtschaft wird begünstigt - Europäische Bauern benachteiligt

Graz (AIZ) - Heftige Kritik an den jetzt vorliegenden WTO-Vorschlägen zur weiteren Liberalisierung des internationalen Agrarhandels übt der steirische Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski. "Würden die von der WTO vorgelegten Pläne so umgesetzt, dann bedeutet dies das Ende der nachhaltigen klein- und mittelstrukturierten Landwirtschaft in Österreich und Europa. Die WTO-Vorschläge sind eindimensional ausgerichtet und geben den heimischen Bäuerinnen und Bauern keine Perspektiven", stellt der Kammerpräsident fest.

Tierschutz und Lebensmittelsicherheit berücksichtigen

Wlodkowski fordert von der WTO eine substanzielle Verbesserung der Vorschläge, wobei auch die Prinzipien der Nachhaltigkeit berücksichtigt werden müssten. "Die letzte Ministerkonferenz 2001 in Doha einigte sich darauf, bei den künftigen Verhandlungen nicht handelsbezogene Anliegen wie Tierschutz, ökologische Standards, Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelkennzeichnung zu berücksichtigen. Das jetzt vorgelegte Papier ignoriert diese Vereinbarungen vollkommen", so Wlodkowski.

Der LK-Präsident spricht sich grundsätzlich gegen die von der WTO vorgeschlagene völlige Abschaffung der EU-Exportstützungen (Erstattungen), die bis zu 45%-ige Senkung der Importzölle sowie gegen die massive Verringerung der Tier- und Flächenprämien aus. "Im Detail begünstigen diese Vorschläge die US-Landwirtschaft, weil bestehende Welthandelvorteile der USA und der Cairns-Gruppe (Australien, Neuseeland, Brasilien, Kanada u.a.) damit unangetastet bleiben. Beispielsweise werden die EU-Exporterstattungen schlechter behandelt als die Exportkredite der USA", kritisiert Wlodkowski.

EU muss bei Verhandlungen hart bleiben

"Ich bin von der Kurzsichtigkeit der WTO-Verantwortlichen sehr enttäuscht, weil die Zukunft der gesamten bäuerlichen Landwirtschaft auf dem Spiel steht und jegliche Umwelt- und Qualitätsstandards vollkommen vernachlässigt werden", unterstreicht Wlodkowski. Er fordert von der EU-Kommission bei den kommenden Verhandlungen die Standpunkte der bäuerlichen Landwirtschaft durchzusetzen.
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