SP- Haider: Mehr Betriebskindergärten!

Frauenkampagne der SPÖ Oberösterreich: Kind und Job=

"Frauen in Oberösterreich wollen Beruf und Kind verbinden und brauchen dazu eine optimale Kinderbetreuung. Wenn aber in mehr als 40 Prozent aller oberösterreichischen Gemeinden keine Kindergärten über Mittag geöffnet haben, stoßen Mütter auf Barrieren, die ihnen die Eingliederung in die Berufswelt oft unmöglich machen!", so LH-Stv. Erich Haider. "Schaffen wir mehr Kinderbetreuungsplätze mit familiengerechten Öffnungszeiten. Unterstützen wir den Ausbau von Betriebskindergärten im Industrieland Oberösterreich!", forderte der SPÖ-Landeschef in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der SP-Landtagsabgeordneten Gisela Peutlberger-Naderer, die den Betriebskindergarten in der voestapline initiiert hat. Beide Ziele werden im Rahmen der derzeit laufenden Frauenkampagne der SPÖ Oberösterreich vertreten.

Für die Sozialdemokratie, so Erich Haider, stehe der Mensch im Mittelpunkt ihres Wirkens. Dazu zählt auch die "Institution Familie" . Beide seien allerdings einem ständigen Wandel unterworfen, dem die Sozialdemokratie gerecht werden wolle . Zur klassischen Vater-Mutter-Kind-Beziehung seien heute vielfältige Formen des Zusammenlebens getreten. Der Trauschein als Existenzsicherung für Frauen habe ausgedient. Familienpolitik sei für die SPÖ zugleich Frauenpolitik, Männerpolitik und vor allem Kinderpolitik. Optimale Vereinbarkeit von Familie und Beruf stehen an oberster Stelle, denn Beruf und Kindererziehung müssten miteinander versöhnt werden und dürften von der Wirtschaft nicht länger gegeneinander ausgespielt werden.
Vor allem im ländlichen Raum fehlen noch immer Krabbelstuben und gemischte Kindergartengruppen sowie Kindergärten, die einen Mittagstisch anbieten, obwohl in Oberösterreich knapp 40.000 Kinder in 705 Kindergärten betreut werden.
"Gerade in kleineren Gemeinden könnte ein Zusammenschluss verschiedener Betreuungseinrichtungen und ein gemeinsamer Transport der Kinder dorthin dieses Problem entschärfen", so LH-Stv. Erich Haider.
Wie eine derartige Kooperation zwischen zwei Gemeinden gut funktionieren kann, beweisen die Gemeinden Wilhering und Alkoven. Bei Bedarf können Kinder problemlos im Hort der jeweils benachbarten Gemeinde betreut werden. Ebenfalls ein Vorzeigeprojekt in Wilhering: Der "Bienenschwarm", die Krabbelstube in einem früheren Bauernhaus.

Die Forderungen sind klar: Zumindest die Arbeitszeiten einer - wenn schon -
durchschnittlichen Teilzeitarbeit einer Mutter müssen in ganz Oberösterreich von einem erreichbaren Kindergarten abgedeckt sein. Das beinhaltet auch eine durchgehende Öffnung über die Mittagszeit. Wie wichtig eine solche Regelung ist, zeigt die Tatsache, dass Oberösterreich mit 35,8 Prozent die höchste Frauenteilzeitquote aller Bundesländer aufweist.
Auch die Ferienregelung muss auf die Bedürfnisse der Berufstätigen abgestellt sein.

Ein besonderes Anliegen ist auch ein besseres Betreuungs-Angebot für Volksschulkinder am Nachmittag. Auch hier gilt, dass überall in Oberösterreich ein entsprechendes Angebot inklusive Mittagstisch für die Kinder in erreichbarer Nähe zur Verfügung stehen sollte. Kleinere Gemeinden könnten sich auch in diesem Fall zusammenschließen.

Betriebskindergarten - innovative Ideen und Zusammenarbeit über Betriebsgrenzen sind gefragt

Stiefmütterlich erscheint in Oberösterreich in Zeiten von Wirtschafts-Clustern die Kinderbetreuung in Betriebskindergärten. Im Industrieland Oberösterreich existiert lediglich ein einziger Betriebskindergarten [ jener der voestalpine. Dieser bekommt bekanntlich im heurigen Sommer an der Lunzerstraße ein neues Domizil. Etwa 170 Kinder von MitarbeiterInnen der voestalpine am Standort Linz können in dem neuen Gebäude tagsüber betreut werden. Das Projekt, dessen Kosten 1,3 Millionen Euro betragen, ist ein weiterer Schritt der voestalpine zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

In Österreich gibt es laut Statistik lediglich 35 Betriebskindergärten, wobei neben Firmen wie Siemens, Baxter und Ikea (alle in Wien) derartige Einrichtungen hauptsächlich in größeren Krankenhäusern zu finden sind.
In Ländern wie Schweden und Deutschland hat sich das Modell "Betriebskindergarten" deutlich besser durchgesetzt:
Mittelständische Betriebe zeigen auf, dass familienfreundliches Engagement keine Frage der Betriebsgröße ist. Den Kosten für entsprechende Maßnahmen steht ein klarer Nutzen gegenüber: Sie binden wertvolle Mitarbeiter an das Unternehmen, steigern die Produktivität und reduzieren Fehlzeiten, berichtete die "Frankfurter Allge-meine"

LH-Stv. Erich Haider will die betrieblichen Kinderbetreuungsangebote unterstützen, unter anderem auch Zusammenschlüsse von mehreren kleineren Betrieben in "Kindergarten-Clustern".

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Öffnungszeiten sind den Arbeitszeiten angeglichen, Wegstrecken für Hinbringen und Abholen der Kinder entfallen bzw. verkürzen. Die Kinder befinden sich in der Nähe von Mutter oder Vater und können daher untertags mit ihnen zusammentreffen. Eventuell ist der Betriebskindergarten sogar günstiger als andere Betreuungseinrichtungen. Wirtschaftstreuhänder Mag. Effenberg , Linz : "Stellt der Arbeitgeber den Arbeitnehmern einen Betriebskindergarten zur Verfügung, handelt es sich um eine steuerfreie Sozialeinrichtung. Ein Kinderscheck als Alternative wird aber als lohnsteuerpflichtiges Einkommen für den Arbeitnehmer behandelt!"

Zum heutigen Valentinstag:
LH-Stv. Erich Haider und Landesrätin Silvia Stöger werden heute um 13 Uhr in der Plus-City "Zeitgutscheine", die sicherlich keiner Steuer unterliegen, verteilen. Ein ideales Präsent für alle Männer, die ihren Frauen eine beliebig hohe Anzahl von Stunden für einen "Rollentausch" schenken wollen.

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